Pro NRW: Die Andreas Molau Affäre

Rettungsversuch …
Kurz nachdem NDR Info über Molaus Rückzug berichtet hatte, reagierte „pro NRW“ mit einer eigenen Stellungnahme. Schon die Überschrift machte deutlich, welcher Eindruck vermittelt werden sollte:
 „Personelle Neuausrichtung: Andreas Molau legt auf Wunsch des PRO-NRW-Vorsitzenden alle Ämter nieder“. Nicht Molau habe „pro NRW“ verlassen, sondern umgekehrt: Die „Bürgerbewegung“ habe sich „nunmehr zur Trennung von Molau entschlossen“.

Als Grund wird angeführt:
„Damit nicht der falsche Eindruck aufrecht erhalten bleibt, dass Personen mit einer umstrittenen politischen Vita Parteiinhalte bestimmen.“
Und quasi als Distanzierung von dem vormals geschätzten Mitarbeiter heißt es weiter, „pro NRW“ bekenne sich ausdrücklich zum Grundwertekanon des Grundgesetzes und zur Solidarität mit Israel und erteile „jeder Art von Extremismus, einschließlich des menschenverachtenden Rassismus, eine entschiedene Absage“.
Molau habe „auf ausdrücklichen Wunsch“ von „pro“-Chef Markus Beisicht bereits Anfang Juni alle Parteiämter niedergelegt und sich aus der Bürgerbewegung zurückgezogen.

… gescheitert
Zweifel an dieser Darstellung drängen sich auf. Und auch Molau widerspricht seinem Ex-Vorsitzenden Beisicht: „Weder hat er mich um einen Austritt gebeten, noch habe ich das im Juni getan.“ Ende letzter Woche sei er ausgetreten, erklärte Molau auf Nachfrage.

Schweigegeld?
„Unter dem Eindruck dieser Austrittserklärung“ habe ihm Beisicht sogar noch am Sonntag per SMS „neue finanzielle Spielräume“ in Aussicht gestellt und versichert, er wolle ihn dabei nicht „unkameradschaftlich übergehen“.

Wieder gelogen?

Beisichts Erklärung, so Molau, belege „einmal mehr sein sehr flexibles Verhältnis zur Wahrheit“.

Ungereimtheiten
Gegen die Version einer bereits vor Wochen vollzogenen Trennung spricht auch, dass die angebliche „Bürgerbewegung“ Molau bis zur Stunde in der Liste ihrer Vorstandsmitglieder führt. Erstaunlich wäre auch, dass fast zwei Monate lang Mitglieder und Öffentlichkeit nicht über das Ausscheiden Molaus unterrichtet worden wären – obwohl doch sein Engagement als Belastung erkannt worden sein soll. Und nicht zuletzt: Molau war zwar der bekannteste Ex-NPDler in den Reihen der „Bürgerbewegung“, aber beileibe nicht der einzige. Von weiteren „Trennungen“ ist freilich nichts bekannt. Vollständiger Bericht

Kommentar
Offensichtlich wird hier wieder der Versuch gestartet, vor Allem die eigenen Mitglieder zu sedieren. So weiß Pro NRW am 29.07.2012 zu berichten:

„Da aber das Ganze immer wichtiger sein muss, als persönliche Befindlichkeiten oder Einzelinteressen, hat sich PRO NRW nunmehr aus gegebenem Anlass zur Veröffentlichung der Trennung von Andreas Molau entschlossen. Damit nicht der falsche Eindruck aufrecht erhalten bleibt, dass Personen mit einer umstrittenen politischen Vita Parteiinhalte bestimmen.“

Dazu ein Leserbeitrag der Bergischen-Stimme:

„Trifft das nicht auf alle pro NRW-Vorstandsmitglieder zu? Die stammen doch alle aus anderen rechten Parteien. Und wenn nicht, sind sie wie im Falle von Uckermann verurteilte Straftäter.“

Viele Fragen stellen sich zur Personalie Andreas Molau, aber auch zu weiteren Mitgliedern. Wie war das mit den Zahlungen an Molau? Bis zu seinem Ausscheiden aus der DVU, soll Andreas Molau immerhin noch 5.000 € aus deren Kasse bekommen haben. Bei Pro NRW sind keine Zahlungen aus Mitgliedsbeiträgen geleistet worden, so Markus Beisicht. Wer leistete dann aus welchen Töpfen die Zahlungen an Molau, wenn von aufgelösten Verträgen die Rede ist? Sind für Molaus Bezahlung Fraktionszuwendungen verwendet worden, wenn ja in welcher Höhe? Es bleibt zu hoffen, dass die „verschaukelten Mitglieder“ jetzt endlich wach geworden sind, energisch nachfragen und „Nägel mit Köpfen“ machen.

Ihr Ronald Micklich

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EU – Schuldenkrise: Juncker warnt vor dem Ende der Euro-Zone

Zeit drängt
Es gibt keine Zeit zu verlieren, meint Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker. Weil die Euro-Zone zu zerbersten droht, kündigt er schnelle Entscheidungen an. Die deutsche Politik nimmt er für den Umgang mit Griechenland hart ins Gericht.

Euro-Gruppen -Chef Jean-Claude Juncker hat Entscheidungen über Euro-Rettungsmaßnahmen für die nächsten Tage angekündigt. „Wir sind an einem entscheidenden Punkt angekommen“, sagte der luxemburgische Regierungschef der „Süddeutschen Zeitung“. „Die Welt redet darüber, ob es die Euro-Zone in einigen Monaten noch gibt.“ Die Euro-Länder müssten jetzt „mit allen verfügbaren Mitteln“ ihre feste Entschlossenheit zeigen, die Finanzstabilität der Währungsgemeinschaft zu garantieren: „Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.“

Juncker greift deutsche Politik(er) an
Teile der deutschen Politik griff Juncker scharf an. Er frage sich, warum Deutschland die Euro-Zone „wie eine Filiale“ behandele. Danach gefragt, wie viel Zeit Griechenland noch für Reformanstrengungen bleibe, sagte Juncker: „Ich wundere mich immer wieder, dass man vor allem in der Bundesrepublik stets mahnt, wir müssen den Troika-Bericht abwarten. Aber schon bevor er da ist, erklärt man was drin steht.“ Dies sei keine europäische, sondern deutsche Innenpolitik. „Wieso eigentlich erlaubt sich Deutschland den Luxus, andauernd Innenpolitik in Sachen Eurofragen zu machen? Warum behandelt Deutschland die Euro-Zone wie eine Filiale?“ Vollständiger Bericht

Ihr B.S. Team