Radevormwald: 50 Rumänen eingewandert – Pro NRW sendet SOS

RadevormwaldHintergrund
Eine Großfamilie aus Rumänien ist Gesprächsthema in Radevormwald. Die angeblich 50-köpfige Familie ist  etwa Mitte Juli unerwartet in die Stadt gekommen und hat ein Mehrfamilienhaus in einer ruhigen Siedlung bezogen. Wie bei Radio Berg zu erfahren war, zahlt die Großfamilie die Miete aus eigener Kraft, die Rumänen beziehen keine Sozialleistungen. Die Leute seien „sauber“ haben die Anwohner der Presse gesagt, dennoch machen die Fremden Angst: Man sorgt sich, sie könnten kriminell sein. Offiziell beschwerten sich Anwohner bei der Stadt: Die Rumänen seien laut, bis in die Nacht hinein sollen sie angeblich vor der Tür feiern. Die Polizei hat aber noch keine Einsätze wegen Ruhestörung gefahren. Quelle

Steilvorlage
Die Kommunalwahlen 2014 stehen vor der Tür. Nach einem herben „Rückschlag“, (am 25. April 2012 hatte es einen großangelegten Polizeieinsatz gegeben, bei dem rund zwanzig Wohnungen in Radevormwald und auch das Fraktionsbüro von „Pro NRW“ im Haus Burgstraße 8 durchsucht worden waren. Umfangreiches Datenmaterial, Computer, aber auch Waffen wurden sichergestellt), endete die Affäre mit dem Rausschmiss des Fraktionsvorsitzenden Tobias Ronsdorf. Pro NRW stand vor dem politischen Aus in Rade.

So wie die Tragödie in Fukushima den „Grünen“ einen gewaltigen Wählerzuwachs bescherte, möchte Pro NRW augenscheinlich von den Ereignissen in Radevormwald profitieren und neue Wähler akquirieren. Die Marschrichtung ist wie immer durchschaubar. Mit Flugblättern werden die Fremden pauschal diffamiert und in die kriminelle Ecke gestellt. Es wird versucht, sich als einziger „Retter“ aus dieser scheinbar „ausweglosen Situation“ darzustellen.

Sondersitzung beantragt
Unter der Überschrift „Maßnahmen zur Befriedung der nachbarschaftlichen Situation in Dahlerau“
hat Pro NRW eine Rat-Sondersitzung beantragt, in der folgende Forderungen gestellt werden:

Es sind „sofortige Maßnahmen zur Befriedung der durch „südosteuropäische Migranten“ entstandenen katastrophalen Situation in Dahlerau durchzuführen.  Hier ist mit allen ordnungsbehördlichen Kräften wie der Polizeibehörde, dem Ordnungsamt und dem Jugendamt ein Maßnahmenkonzept zu erstellen, welches eine umgehende Verbesserung der nachbarschaftlichen Situation zur Folge hat. Zudem findet eine ausgiebige Bürgeranhörung statt.“

In der Begründung des Antrages spricht Pro NRW von „mehreren Dutzend südosteuropäischer Migranten“, bei denen es sich dem äußeren Anschein und dem Benehmen der Personen nach, um eine sogenannte landfahrende ethnische Minderheit, die offensichtlich dem Volk der Sinti und/oder Roma angehört“ handeln soll. Es sei bekannt, „dass diese ethnische Minderheit eine gänzlich andere Vorstellung von nachbarschaftlichem Zusammenleben, von Ordnung und Sauberkeit und von persönlichem Eigentum hat. Dadurch kommt es „zu massiven Beeinträchtigungen der Lebensqualität normaler Anwohner“, so Pro NRW weiter.

Verzweifelt hätten sich mehrere Bürger schon an die städtischen Ordnungsbehörden gewandt, ein Ergebnis, das zur Verbesserung der Situation führte, sei bislang nicht feststellbar. Aus diesem Grunde hätten nun mehrere Anwohner die Hilfe von Pro NRW gesucht, und berichten über nachfolgende Ereignisse, die als Begründung für die geforderte Sondersitzung herhalten müssen:

1.) Am 19.07.2013 um 22.40 Uhr sollen 3 Schüsse gefallen sein

2.) Unter anderem am 29.07. soll ein Balkon zum einem Minarett umfunktioniert worden sein, von dem aus die Umgebung beschallt wurde

3.) Es kommt zu Diebstählen von sogenanntem „Elektroschrott“ (Redak.: Durch wen?)

4.) Durch beinahe tägliche regelrechte Grillfeste, die vornehmlich abends und nachts stattfinden  kommt es zu Lärm und anderen Emissionen. Außerdem wurden hierbei durch nicht sachgerecht entsorgten Grillresten bereits Ratten angelockt (Redak.: Wer grillt bei diesem Wetter nicht? Wegen dem Lärm Anzeige erstattet?)

5.) Mehrere ältere KFZ, die in einem miserablen technischen Zustand sind, verlieren Öl. Ein Fahrzeug mit einem zeitlich limitierten und bereits abgelaufenen Überführungskennzeichen wird seit Wochen benutzt. (Redak.: Wer sind denn die Halter der öltropfenden Fahrzeuge? Anzeige erstattet?)

6.) Verwahrlosungstendenzen treten insbesondere bei den Jugendlichen und Kindern auf. Es kommt zu aggressiven Betteleien. (Redak.: Wer hat die Verwahrlosung denn festgestellt?)

7.) Es wurde seitens der jugendlichen Migranten versucht, spielenden Kindern ihr Spielgerät zu entwenden. (Redak.: Anzeige erstattet?)

8.) Auch außerhalb der „Öffnungszeiten“ wird der Sportplatz widerrechtlich genutzt (Redak.: Von wem?)

In der Ortschaft wird mittlerweile gemunkelt, dass weitere „südosteuropäische“ Migranten im Anmarsch seien und ein weiteres Haus besetzen würden. Es herrscht Angst, Frust und Verbitterung ob der unhaltbaren Zustände.  Einige Bürger haben bereits resigniert und wollen ausziehen.

Kommentar
Bewiesen ist offenbar noch überhaupt nichts. Die angeblichen Aussagen der Anwohner werden alle im Konjunktiv gehalten. Roß und Reiter werden nicht benannt, Anzeigen liegen keine vor und es gab auch keine Einsätze der Polizei wegen Ruhestörung.

Berücksichtigt man den Dateinamen des Pro NRW-Antrages „Andre-1.doc“, der mittlerweile wieder aus dem Netz genommen wurde, könnte der Gedanke an Andre Hüsgen als Autor aufkeimen. Der ex. NPD´ler aus Ennepetal, jetzt neuer Pro NRW Funktionär, fungierte schon öfter als Souffleur für die Rader Pro-Fraktion. Die auch aus anderen Schriftstücken bekannte, eher bescheidene Grammatik, liefert ein weiteres Indiz.

Ob der Radevormwalder-Rat ob dieses schwachen Antrages, der nach § 47 GO NRW gestellt wurde, tatsächlich am 13. oder 14.08.2013 zu einer Sondersitzung einberufen wird, ist unklar. Im Terminkalender des Ratsinformationssystem ist jedenfalls kein Hinweis zu finden. Eine Bestätigung durch die Verwaltung liegt auch nicht vor.

Ihr Ronald Micklich

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