Pro NRW-Parteitag am 10.09.2013 in Leverkusen

Screenshot: Agam-Saal, Auszug aus dem Titelbild zum Mannheimer Artikel

Screenshot: Agam-Saal, Auszug aus dem Titelbild zum Mannheimer Artikel

Pro NRW-Parteitag am 10.09.2013 in Leverkusen
Anbei unser Kommentar zu einem Artikel auf dem „Michael Mannheimer Blog“, und zum Thema Pro NRW-Parteitag am 10.09.2013 in Leverkusen. Als Referenzen für diese Veranstaltung führt Pro NRW unter der Bezeichnung „Positive Berichte zum PRO-NRW-Euroantritt in wichtigen islamkritischen Blogs“ zwei Adressen auf. Dabei handelt es sich um einen Bericht auf dem hauseigenen Schmuddelblog sowie um einen Artikel bei Politically Incorrect (PI), die hier unberücksichtigt bleiben.

Billiger Täuschungsversuch von Mannheimer
Von seriöser Berichterstattung weit entfernt, versucht Karl-Michael Merkle alias Michael Mannheimer schon mit seinem Bild zum Text den Leser zu täuschen. Unter der Überschrift: „PRO-NRW-Parteitag in Leverkusen“, präsentiert Merkle ein Foto vom 19.02.2010 (Themenparteitag) unter dem Motto „Abendland in Christenhand“ aus dem Agam-Saal, der in parlamentarischer Bestuhlung mit Tischen, 190 Personen Platz bietet. Eindeutiges Erkennungsmerkmal sind u. A. die farbigen Wände. Damals wurden 300 Gäste propagiert, was natürlich maßlos überzogen war.

Durchgeführt wurde der Parteitag am 10.09.2013, um den es jetzt geht, jedoch im Vortragssaal (grüne Wände), der bei gleicher Bestuhlung nur 68 Personen Platz bietet (Kulturstadt Lev.) Eindeutig zu erkennen auf den von Pro NRW publizierten Bildern. Bei nicht vollbelegten Sitzen im Saal, und einigen stehenden Gästen dürften sich großzügig gezählt etwa 80 Teilnehmer eingefunden haben. Pro NRW spricht auf ihrer Internetpräsenz von 150 Teilnehmern!

Das Bild, dass dieweit über 100 aus ganz Nordrhein-Westfalen angereisten Delegierten“ belegen soll, hat Merkle denn auch mit einer treffenden, möglicherweise bei Oliver Wesemann angelehnten Bezeichnung von pro Köln (Klo Köln) versehen: „Auf dem Parteitag der PO-NRW In Leverkusen (10.Sept.2013) zeigte sich eine geschlossene Partei im Aufwind.“ , so Merkle. (Hervorhebungen durch Redak.)

Superlativen und willfährige Phrasen
Auf die weitere, von Superlativen strotzende Berichterstattung des willfährigen Merkle soll nur am Rande eingegangen werden. Die immer wieder gebetsmühlenartig vorgetragenen Phrasen zum Thema „Appeasement-Politik der SPD unter Innenminister Jäger“ sowie dem Salafismus in Deutschland wurden durch die Propaganda-Lautsprecher von Pro NRW/Köln schon bis zum Abwinken bemüht.

Rechtsextremismus bei Pro NRW
Zu dem unter der Überschrift „Gerichte sprechen PRO-NRW vom Vorwurf des Rechtsextremismus frei“ Geschriebenen ist anzumerken:

[…] „Pro Köln e.V. und pro NRW werden vom Verfassungsschutz beobachtet, weil bei diesen Gruppierungen tatsächliche Anhaltspunkte für eine verfassungsfeindliche Bestrebung vorliegen. Diese tatsächlichen Anhaltspunkte ergeben sich aus einer Vielzahl von Äußerungen durch Aktivisten von pro Köln e.V. und pro NRW und deren Redebeiträge auf Kundgebungen sowie durch Artikel, die zum Teil noch im Archiv ihrer Internetseiten abgelegt sind. Auch Kontakte zu anderen, teilweise rechtsextremistischen, zumindest aber fremdenfeindlichen Organisationen im In- und Ausland tragen zu dieser Einschätzung bei.“ […] (Bitte beachten Sie die Fußnote 9 im VS-Bericht auf Seite 27) Wir berichteten / VS-Bericht NRW 2012

Affäre Palm
Auch die von Merkle alsweitere K.O-Niederlage“ für den „politische Gegner“ bezeichnete Palm-Affäre kann so nicht stehen bleiben. Unter der Überschrift „Die Suspendierung des Aachener „pro NRW“-Kreisverbandsvorsitzenden Wolfgang Palm vom Polizeidienst ist vorläufig ausgesetzt.“, finden Sie hier eine aus Fakten bestehen Beschreibung des Ist-Zustandes in Sachen des Kriminal-Hauptkommissars.

Beisicht´s Ziele
Beginnend mit der Untermauerung seines Anspruchs, die NRW-Grundgesetz-Partei zu sein, folgt das Übliche: „Wir (PRO NRW) sind radikal nur in einem Punkt: In der Abwehr des Extremismus von rechts und links!“ und „Wir haben Rassismus immer entschieden abgelehnt! Rassismus ist menschenverachtend und gehört geächtet!“

Dann folgen die Themen, Türkei, Zuwanderung und Ausländische Straftäter:

 „Mit uns wird es keinen EU-Beitritt der Türkei geben!“ „Schluss mit der Zuwanderung in unsere sozialen Netze! Wir brauchen eine Minus-Zuwanderung!“ „Ausländische Straftäter müssen ausgeschafft werden!“

Dazu passend dann die Schlussbemerkung:

„Deutschland fehle es an einer Partei mit dem Motto: „Das deutsche Volk“ zuerst“

Fehlt diese Partei tatsächlich? Das NPD-Parteiprogramm gibt Auskunft. Dort werden unter der Überschrift „Deutschland den Deutschen“ ähnliche Ziele definiert.

Abschließende Bemerkungen
Mit viel Getöse wurde einmal mehr der ProPaganda-Lautsprecher eingeschaltet. Es ist natürlich völlig überraschend, dass der Vierfachvorsitzende Markus Beisicht auch hier wieder Listenplatz 1 belegt. Wer hätte das erwartet? Sarkasmus off. Die Abstimmung erinnert ein wenig an die SED und Erich Honeckers beste Wahlergebnisse. Aber 100 %, keine Gegenstimme, wie sonst üblich? Selbst Kim Jong Un in Nord-Korea träumt von solchem Ergebnis.

Die Wahrscheinlichkeit einen Sitz im Europaparlament zu bekommen, selbst ohne Sperrklausel, ist eher gering, mit einer 3 % Hürde ausgeschlossen. Die weiteren 10 aufgestellten Listenplatz-Inhaber sind also nur Statisten. Bemerkenswert ist der Aufstieg von Kanzleimitarbeiterin (bei RA Beisicht) Christine Öllig. Nach einer überraschenden Wahl zur Kreisvorsitzenden in Essen kam sie offenbar durch Protektion in den Kreis der Erlauchten als Beisitzerin im Landesvorstand und jetzt augenscheinlich mit viel Vitamin B auf Listenplatz 10 zur Europawahl.

Die gewohnte Bauchpinselei für verdiente oder protektionierte Parteimitglieder verhilft dann auch zur Steigerung des Selbstwertgefühls. Man ist schließlich Europawahl-Kandidat …  allerdings ohne Chance. Aber es liest sich doch gut, oder? So bezeichnet sich ein Beisitzer im Landesvorstand auf seiner FB-Seite als „Vorstand bei Bürgerbewegung PRO NRW“. Das wertet einen, der über kein oder nur „leistungsfreies Einkommen“ verfügenden Parteigänger doch immens auf.

Ihr Ronald Micklich

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