Pro NRW und NPD – Identische Werbeslogans, Sprüche, Ziele und Demoteilnehmer

Hilfe 2Einzigartig?
„Jetzt hilft nur noch Beisicht“
verkündet der Vierfachvorsitzende von Pro NRW seinen Besuchern auf der Leverkusener Pro-Internetseite. Beisicht versteht sich offenbar nicht nur als einzige Alternative in regionalpolitischen Fragen, sondern besonders mit seiner Partei als alleiniger Retter der Nation vor einer bevorstehenden Islamisierung Deutschlands und Europa, sowie jetzt aktuell vor einer angeblichen „Flutung deutscher Städte mit Sinti und Roma“ oder allgemein gehalten durch Asylbetrüger.

Gleiches nimmt auch die NPD für sich in Anspruch. „Jetzt hilft nur NPD“ verkünden die Rechtsradikalen auf ihrem Wahlplakat. Beide Parteien nehmen für sich in Anspruch, ihre Meinung wie ein Produkt mit einem einzigartigen Verkaufsversprechen USP (unique selling proposition) an den Mann/Frau zu bringen.  Dabei ist nicht nur die Werbung fast identisch. In den Reden der Akteure aus beiden Parteien finden sich immer wieder Parallelen.

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„Lieber Geld für die Oma als für Sinti und Roma“ und „Asylbetrug heißt Heimatflug“ sind nur zwei Beispiele für gemeinsam gegrölte Parolen. Auch „kein Asyl in Neumühl“ klingt irgendwie nach NPD. Die Banner wie „Es gibt kein Grundrecht auf Asylmissbrauch“ und Schilder wie „Ausländer rein, wir sagen nein“ sind von beiden Parteien mit fast inhaltsgleichen Verkündungen zu finden. Selbst die Logos wie das Anti-Moschee-Bild von Pro NRW findet sich auf NPD-Schildern wieder.

Jetzt, vor der kommenden Kommunalwahl hat man sich auf das Wahlkampfthema „Asylanten“ und  die angebliche „Massenhafte Armutszuwanderung aus Südosteuropa (hauptsächlich sogenannte Sinti und Roma“  wie im Pro NRW-Flyer zu lesen, eingeschossen. Das Thema Islamisierung schwelt derweil im Hintergrund.

Demo-Teilnehmer
Abgesehen von den ehemaligen NPD´lern Hüsgen, Ernst und Schmidt, die man ebenso wie die ex. Werbeikone der NPD Gerhardt auf fast jeder Demo antrifft, gab es offensichtlich sogar  NPD – Pro NRW-Wanderdemonstrantinnen. Die beiden jungen Damen in der Bildergalerie der WAZ (Bild 15) mit NPD-Fahne am Bahnhof Borbeck (9.11.2013) zu sehen, waren am selben Tag auch bei der Pro NRW Demo in Duisburg aktiv, dort allerdings mit Deutschlandfahnen ausgestattet. Entsprechendes Bildmaterial liegt der Bergischen Stimme vor, eine entlarvende Bildergalerie im Netz wurde entfernt.

Der Anteil von Teilnehmern aus dem rechtsradikalen Spektrum nimmt erkennbar kontinuierlich zu. Pro NRW ist offensichtlich für Jeden der „mitmachen will“ offen und dankbar.

Resümee
Betrachtet man Pro NRW und die NPD in Beziehung auf die derzeitige Wahlkampf-Propaganda ist kaum ein Unterschied zu erkennen. Beisicht beteuert zwar immer wieder gebetsmühlenartig und träumt es offenbar schon:

 Wir sind nur in einem Punkt radikal: In der Abwehr des Extremismus von rechts und links!“ und bezeichnet die NPD als „Narrensaum“.

Dabei haben NPD und Pro NRW doch so viel gemeinsam. Auszüge aus dem Verfassungsschutz-Bericht 2012:

„Pro Köln e.V.“ und „pro NRW“ werden vom Verfassungsschutz beobachtet, weil bei diesen Gruppierungen tatsächliche Anhaltspunkte für eine verfassungsfeindliche Bestrebung vorliegen.“ (Wie bei der NPD)

Auf einer Linie mit der NPD liegt die Forderung der Jugendabteilung von ‚pro NRW‘, ‚Jugend pro NRW‘, „Ausbildungsplätze zuerst für Deutsche!“ (aus dem Flyer der ‚Jugend pro NRW‘ „Eine starke Rechte für NRW“). Von der NPD ist die Parole „Arbeitsplätze zuerst für Deutsche“ seit Jahren bekannt.“ (Hervorhebungen durch Redak.)

Alles klar? Sie haben am 25. Mai 2014 die Wahl.

Ihr Ronald Micklich

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AfD – Rheinisch Bergischer Kreis: Auch Sprecher Daniel Obst wirft das Handtuch

Daniel Obst (mit Brille) Wahlkämper und interessierte Bürger

Daniel Obst (mit Brille) Wahlkämper und interessierte Bürger

Weiterer Rücktritt
Nachdem der stellv. Sprecher der AfD des Rheinisch Bergischen Kreisverbandes Dr. Klaus Wagner seinen Rücktritt erklärt hatte, zieht heute der Sprecher Daniel Obst nach. Obst begründet seinen Rücktritt ebenso wie Wagner mit fehlender Verfügbarkeit:

 Wir befinden uns mit unserer jungen Partei und Organisation sicherlich an einem ganz wichtigen Punkt der Konsolidierung. Doch muss ich mir und meinem Vorstandsteam und Ihnen allen gegenüber so ehrlich sein, anzuerkennen, dass meine persönlich verfügbare Zeit für genau diesen so wichtigen und enorm arbeitsintensiven Prozess nicht ausreichend ist und sein wird.“

Und weiter, „ich werde meine persönliche Gesundheit durch mangelnden Ausgleich und übermäßigen Stress nicht opfern.“

Auch Obst entschuldigt sich für seinen Rücktritt.

Kommentar
Es ist schon eigenartig, wie sich die Vorstandsmitglieder jetzt vor der kommenden Kommunalwahl verabschieden. Sechs Monate wären noch intensiv zu arbeiten gewesen. Jedem AfD-Funktionär sollte nach der Bundestagswahl, bei der ein sehr gutes Ergebnis aber eben nicht die 5% Hürde erreicht wurde klar gewesen sein, dass erhebliche Anstrengungen zur Teilnahme an den kommenden Kommunalwahlen erforderlich sein würden.

Erfolg gibt es nur durch Arbeit
Allein die erforderlichen Unterstützungsunterschriften für Kreis und Kommunen beizubringen ist eine Herkulesaufgabe. Und in dieser Situation, in der die Zeit keinen unerheblichen Faktor spielt, fehlt den Führungsfunktionären auf einmal eben diese? Andere kleine Parteien, die neu angetreten sind, haben diese Aufgabe mit Herzblut gemeistert. Was bringt die AfD im Rheinisch Bergischen Kreis noch zustande?

Zu leisten sind jetzt: Unterstützungsunterschriften beibringen, Kandidaten für Wahlkreise im Kreis und den Kommunen benennen, Flyer-Werbung verteilen, Plakatierung und vieles mehr. Die AfD braucht nur wenige, aber starke Häuptlinge und viele Indianer um das Ziel noch zu erreichen.

Wir bleiben am Ball.

Ihr Ronald Micklich