Leichlingen: Tierauffangstation für Fundtiere am Stockberg wird gebaut

Tierschutz macht SpaßWenige Bürger gegen eine Aufnahmestation für Fundtiere
Als Tagesordnungspunkt 11, lag eine „Anregung nach §24 GO NW v. 19.09.2013 — Hundeauffangstation Bauhofgelände / Vorl. vom 16.10.2013“ dem Haupt- und Finanzausschuss am 25.11.2013 zur Entscheidung vor.

Bürgerantrag
Die ablehnende Haltung einiger Anlieger der Straße am Stockberg, die sich aus ca. 25 Personen, meist Familien, aus etwa 12 Häusern zusammensetzen, wird folgendermaßen begründet:

„Herrenlose und in Zwingern gehaltene Tiere, insbesondere Hunde verursachen erfahrungsgemäß beträchtlichen Lärm (Bellen, Heulen usw.), der vor allem während der Nacht weithin laut hörbar ist. Die Anwohner im Bereich des Bauhofgeländes Stockberg, Leichlingen, befürchten daher erhebliche Beeinträchtigungen der Nachtruhe, ihrer körperlichen Unversehrtheit und ihres Eigentums.“ (Hervorhebung durch Redaktion.)

Beschlussempfehlung der Stadt und Beschluss der Ratsleute
Die Verwaltung der Stadt Leichlingen empfiehlt den Antrag abzulehnen. Dieser Empfehlung folgten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses ohne Enthaltungen oder Gegenstimmen. Es gab keine Wortmeldungen zum Thema!

Begründung:
„Die Tierhilfe Leichlingen e.V. handelt als selbständige Organisation. Zu ihrem Tätigkeitsbereich gehört die Aufnahme und Weitervermittlung von Tieren, insbesondere Katzen und Hunden. Aufgrund eines Vertrags zwischen der Tierhilfe und der Stadt Leichlingen werden auch Fundtiere durch die Tierhilfe aufgenommen und weitervermittelt, die originär in den Aufgabenbereich der Stadt selbst fallen würden. Die entstehenden Kosten bzw. Aufwendungen werden mittels vertraglich festgelegter Pauschalen durch die Stadt Leichlingen im Gegenzug getragen.

Im Rahmen der Aufnahme, Abholung oder Weitervermittlung von Fundtieren, insbesondere von Hunden und Katzen gibt es nach Auskunft der Tierhilfe immer weniger private Aufnahmestellen im Stadtgebiet, so dass diese Tiere zukünftig immer seltener vorübergehend untergebracht werden können.

Die jedoch einhergehende gesetzliche Verpflichtung zur notwendigen Aufnahme dieser Fundtiere sowie die nicht vorhandene Möglichkeit zur Unterbringung in einem (städtischen) Tierheim soll durch die beabsichtigte Errichtung einer Notunterkunft auf dem städtischen Bauhofgelände für zeitlich befristete Übergangszeiträume sichergestellt werden. Eine längerfristige oder sogar dauerhafte Unterbringung von Hunden und Katzen ist nicht vorgesehen. Ordnungs- bzw. bauordnungsrechtlich stellt dieses Vorhaben keine Rechtsverletzung dar.

Die Unterbringung erfolgt in zwei von der Tierhilfe neu zu errichtenden Gebäuden mit einer kleinen, umzäunten Außenfläche für den Aufenthalt der Tiere im Freien während der Tagstunden. In den Nachtstunden sollen die Tiere im Inneren der Einrichtungen gehalten und versorgt werden. Die Gebäude sind im rückwärtigen Teil des Bauhofgeländes geplant und sollen in westlicher Richtung hinter einem Gebäudetrakt zu den Sandbergen hin ausgerichtet werden, so dass eine Schallausbreitung bzw. eine mögliche Belästigung von Anwohnern in der näheren Umgebung durch Hundegebell hierdurch weitgehend ausgeschlossen werden sollte.“

Kommentar
Ohne auch nur die leiseste Ahnung vom Umfang und der Art des geplanten Neubaus einer Notunterkunft für Fundtiere zu haben, regt sich der Widerstand ausschließlich bei den Betroffenen Anwohnern. Die vorgebliche Sorge um körperliche Unversehrtheit und Beeinträchtigung der Nachtruhe scheint angesichts der geplanten Maßnahme als unbegründet. So verbleibt einzig die Sorge um das Eigentum der Betroffenen.

Es ist vollkommen egal ob es sich um eine neue Durchfahrtsstraße, einen Bebauungsplan für eine Mülldeponie, ein Kaufhaus, eine Asylanten-Unterkunft, eine Moschee oder um das Läuten der Kirchenglocken morgens um 07:00 Uhr handelt. Es gibt immer Menschen die Eigennutz vor Gemeinnutz stellen, es gilt dann das „Sankt-Florian-Prinzip“:

„Heiliger Sankt Florian verschon’ vorm Brand mein Haus! Zünd’ lieber das vom Nachbarn an und meins lass lieber aus.“

Gutmenschen oder auch Spießbürger werden in abwertender Weise engstirnige Personen bezeichnet, die sich durch geistige Unbeweglichkeit, ausgeprägte Konformität mit gesellschaftlichen Normen und Abneigung gegen Veränderungen der gewohnten Lebensumgebung auszeichnen. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Bezeichnung auch hier zutreffen könnte.

Den Beschlussvorschlag sowie den Bürgerantrag mit Unterschriftenliste finden Sie hier.

Ihr Ronald Micklich

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