Pro Deutschland: Bundesgeschäftsführer Seidensticker erneut verurteilt

Archiv: Demokameraden - L.Seidensticker (PD) und M.Beisicht (Pro NRW)

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Seidensticker gewalttätig?
Eine Kundgebung der „Bürgerbewegung pro Deutschland“ während des Bundestagswahlkampfes am 24. August 2013 in Göttingen hat jetzt zu einem strafrechtlichen Nachspiel geführt. Seidensticker soll bei der Kundgebung der Splitterpartei einem 17-jährigen Schüler, der „Nazis raus“ gerufen hatte, einen Fußtritt gegen die linke Hüfte verpasst haben. Daraufhin hatte die Polizei den Parteifunktionär, der auch als Versammlungsleiter fungierte, von der weiteren Teilnahme an den Kundgebungen ausgeschlossen.

Strafbefehle wegen Körperverletzung
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Göttingen gegen den Bundesgeschäftsführer der rechtsextremen Kleinpartei, Lars Seidensticker, einen Strafbefehl wegen Körperverletzung erlassen. Der 40-Jährige muss 90 Tagessätze zu je 30 Euro also insgesamt 2700 Euro zahlen.

Ein weiterer Teilnehmer der Wahlkampf-Rally erhielt einen Strafbefehl von 40 Tagessätzen zu je 30 Euro, also insgesamt 1200 Euro. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 35-Jährigen ebenfalls Körperverletzung vor. Er soll den Schüler nach dem Fußtritt in den Schwitzkasten genommen und gewürgt haben. Quellen: hier und hier

Weitere Verurteilungen/Verfahren
Es scheint nicht das erste Mal, dass Lars Seidensticker wegen Körperverletzung und anderer Delikte mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist. Unter dem Aktenzeichen 230 Js 2279/11 StA Berlin soll Seidensticker unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung zu 80 Tagessätzen a 30 Euro, also 2400 Euro Geldstrafe verurteilt worden sein. Wegen Beleidigung soll 2012 von der StA Münster unter Az. 540 Js 1344/12 eine Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen zu 30 Euro, also 1500 Euro verhängt worden sein. Weitere Verfahren sollen noch offen sein.

Parallelen mit Pro Köln/NRW Funktionär
Ob Bundesgeschäftsführer bei Pro Deutschland oder stellvertretender Landesvorsitzender bei Pro NRW. Die juristische Vergangenheit der beiden Spitzenfunktionäre zeigt deutliche Parallelen. Die Tagessätze sind immer auffällig niedrig. Einkommen aus eigener Arbeitskraft scheint nur in geringem Umfang vorhanden zu sein. Soziale Leistungen wie Hartz IV (Uckermann) wurde auch bezogen. Dazu schreibt der Kölner Express unter der Überschrift „Skandal-Akte Uckermann – Pro Köln: Vize-Fraktionschef ein Hartz-IV-Betrüger?“ vor gut einem Jahr:

[…] „Vor Gericht – dort ist Uckermann kein Unbekannter – hat er kürzlich angegeben, über Einkünfte von 800 Euro im Monat zu verfügen. Daraufhin wurde EXPRESS stutzig – recherchierte und wurde fündig. 5.900 Euro fordert das Jobcenter nun von Uckermann zurück.“

„Man hatte ihm allein im Jahr 2011 rund 20 Vermittlungsangebote gemacht. Keins nahm er an – er soll jedesmal eine andere Erkrankung oder eine angestrebte Selbstständigkeit als Hinderungsgründe genannt haben. Dabei kritisiert Uckermann selbst scharf, dass – seiner Meinung nach – Migranten den Sozialstaat ausnutzen: „Es muss endlich Schluss damit sein, dass die etablierte Politik das Geld des Steuerzahlers zur Förderung von Karrieren in den sozialen Sicherungssystemen missbraucht.“ […] (Hervorhebung durch Redaktion)

Kommentar
Eine Partei deren Führungskräfte sich bei jeder Gelegenheit ihrer einzigen Wahlkampfthemen Sozialmissbrauch und Islamgefahr bedienen und diese in die Welt trompeten, sind selbst für einen radikalen „Konservativ-Demokraten“ ein absolutes „geht gar nicht“, zumal, wenn sie sich selber der Alimentierung durch den Steuerzahler bedienen. Uckermann ist nicht der Einzige in der Partei, für den dies zutrifft. Diese Doppelmoral ist einfach unerträglich.

Ihr Ronald Micklich

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