Pro NRW-Gelsenkirchen: Vorsitzender Kevin Hauer plant Erstwählerparty

Erstwählerparty: Flyer der Jusos 2011

Erstwählerparty: Flyer der Jusos 2011

Erstwählerparty in Planung
Auf der Suche nach dringend benötigten Wählerstimmen versucht sich der stellvertretende Landesvorsitzende und Gelsenkirchener Pro NRW Chef Kevin Gareth Hauer an einer neuen Akquiseform.  Zwar können gegen eine nicht unerhebliche Gebühr die Erstwählerlisten von einem Datenzentrum angefordert werden, doch möchte sich der Bürgerbewegte diese Kosten offensichtlich sparen und beabsichtigt eine Erstwählerparty, wie sie auch von anderen Parteien angeboten wird, zu veranstalten. Mit dem wenig geistreichen Motto “Mit PRO NRW abends feiern, am nächsten Tag PRO NRW wählen, damit SPD-CDU und Grüne im Rat weiter reiern!”, versucht der im Abwind befindliche Kleinstpartei-Politiker Hauer sich und seine Felle zu retten.

Teilnehmerkreis und Veranstaltungsort
Großzügig gestattet Hauer nicht nur den 16 jährigen Erstwählern die Teilnahme an der geplanten Veranstaltung, sondern auch älteren Erstwählern und sogar Zweitwählern. Die Interessierten sollen einen „Wunschveranstaltungsort in Gelsenkirchen“ benennen in der die Veranstaltung durchgeführt werden soll. „Der Veranstaltungsort mit dem meisten Zuspruch bekommt den Zuschlag und wir werden dort unsere Party veranstalten …“, verkündet Hauer zuversichtlich.

Durchschaubare Aktion
Um an der Aktion teilnehmen zu können ist es erforderlich die vollständigen Adressdaten incl. eMail anzugeben. Dafür wurde eine eiligst bereitgestellte gmx-Adresse eingerichtet. Um an möglichst viele Adressdaten zu gelangen wird als Köder unter den Einsendern ein Schalke-Trikot verlost. Der Gewinner des Trikots soll schriftlich benachrichtigt werden. Weitere Informationen und den möglichen Veranstaltungsort gibt es auch nur nach Anmeldung. Augenscheinlich hofft Hauer so seine Adressdatenbank, für eine möglicherweise dann einsetzende Flutung der Briefkästen und Mailboxen mit Werbematerial, zu erweitern.

Wie es geht zeigen zum Beispiel die Jusos 2011. Eine offene Einladung als Flyer für jedermann, mit kleinem Schmankerl, wie oben auf dem Bild zu sehen. So etwas bekommt Pro NRW natürlich niemals zustande.

Kommentar
In Zeiten knapper Kasse, Hauer hat seinen Fraktionsstatus im Rat der Stadt Gelsenkirchen durch den Abgang seiner ehemaligen Lebensgefährtin Stefanie Wohlfahrt verloren und bekommt nun ein deutlich schmaleres Budget, sitzt der Euro nicht mehr so locker. Ein Schalke-Trikot als Anreiz für die Teilnahme an einer Pro NRW-Veranstaltung? Welcher Schalke-Fan will schon mit Pro NRW etwas zu tun haben? Schon 2009 stand im Internet:

„Der Verein Schalke 04 hat pro NRW Aktionen auf seinem Vereinsgelände untersagt. Wenn ihr die Typen dort entdeckt, sagt bitte der Polizei oder den Ordnungskräften Bescheid… gebt ihnen freundlich und friedlich, aber sehr bestimmt zu verstehen, dass sie auf Schalke nicht erwünscht sind.“

Wer will sich da schon outen? Sollten sich tatsächlich einige Jugendliche Erstwähler an der Aktion beteiligen, darf man gespannt sein wie sich der Gastwirt der ausgesuchten Lokalität bezüglich des Veranstaltungswunsches von Pro NRW verhält. Erfahrungsgemäß haben die vom Verfassungsschutz als verfassungsfeindlich bezeichneten „Rechtsradikalen“ ihre Probleme mit der Anmietung von Räumlichkeiten für ihre Veranstaltungen. Wieso sollte es dieses Mal anders sein?

Auch hier gilt: „Keine Stimme für die Pro NRW in Gelsenkirchen mit ihren Möchtegern-Politikern und ihrem Anführer Markus Beisicht zur Europawahl 2014“ denn PRO Köln/NRW:

[…]„sei über den bloßen Verdachtsfall hinausgehend als verfassungsfeindlich einzuschätzen, ‘Pro Köln e.V.’ und ‘pro NRW‘ missachten Menschenrechte, ‘Pro Köln e.V.’ und ‘pro NRW’ schüren Fremdenfeindlichkeit, ‘Pro Köln e.V.’ und ‘pro NRW’ verbreiten islamfeindliche Vorurteile, ‘Pro Köln e.V.’ und ‘pro NRW’ werten Minderheiten ab und grenzen sie aus.“[…], so der Verfassungsschutzbericht NRW 2012 .

Ihr Ronald Micklich

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