Pro NRW-Wahlveranstaltungen am 17.05.2014: Eskalation vorprogrammiert

Archivfoto: Spitzenfunktionäre in Bonn 05.2013

Archivfoto: Spitzenfunktionäre in Bonn 05.2013

Bonn: Laut aber friedlich
Der Generalanzeiger Berichtet: „Rund 200 Demonstranten haben sich am Samstag auf dem Friedensplatz versammelt, um gegen eine parallel stattfindende Wahlkampfveranstaltung der rechtspopulistischen Partei Pro NRW zu protestieren.

Unter ohrenbetäubenden Lärm, aber völlig gewaltfrei sind am Samstagmittag auf dem Friedensplatz die Wahlkampfveranstaltung der rechtspopulistischen Partei Pro NRW sowie eine parallel stattfindende Gegendemonstration über die Bühne gegangen.

Teilnehmer der Protestveranstaltung waren Privatleute und linke Gruppen, Flagge und Plakate zeigten in der Schar der Demonstranten zudem SPD, Jusos, Grüne, Linkspartei, Piraten und Antifa. Ebenfalls anwesend waren Vertreter der BIG-Partei. Die von Pro NRW vor deren Abzug intonierte Nationalhymne ging im schrillen Pfeifkonzert unter.

Gegen 14 Uhr waren die Kundgebungen beendet. Die etwa zweistündige Kundgebung von Pro NRW zählte 20, die Gegendemonstration knapp 200 Teilnehmer.“  Quelle

Kreisvorsitzender und Spitzenkandidat Bonn - Detlev Schwarz

Kreisvorsitzender und Spitzenkandidat Bonn – Detlev Schwarz

Leverkusen: Laut mit Handgreiflichkeiten
Gegen 15:00 Uhr fuhr der Gerätewagen, von 2 Polizeifahrzeugen begleitet, an den vorgesehenen Standplatz. Die üblichen Figuren begannen nach einiger Zeit mit dem Aufbau des Unterstandes und der Lautsprecheranlage. Zum Teil wie Diebe schlichen sich einige Bürgerbewegte aus den Regionen Bonn, Köln, Aachen, Wuppertal, Solingen und Leverkusen in die Fußgängerzone am Rathaus in der Wiesdorfer-Innenstadt, um unerkannt zu bleiben. Auch die Eheleute Palm versuchten offensichtlich inkognito das Umfeld zu sondieren um dann zu den Pro-Demonstranten zu stoßen, wurden aber sofort erkannt. Einzeln und in kleinen Trüppchen versammelten sich so nicht einmal 30 handgezählte Pro´ler rund um den Info-Stand.

Gegendemonstranten in der Überzahl
Bei strahlendem Sonnenschein waren sehr viele Menschen zum Einkaufen unterwegs oder saßen in den anliegenden Straßencafe´s. In der Fußgängerzone befanden sich die Infostände der seriösen Parteien, die ihre üblichen Parteiinfos verteilten, wenig laut, friedlich und nicht beleidigend. Den versammelten Pro´ler schenkte bis dahin kaum jemand Beachtung.

Dies änderte sich allerdings schlagartig als Pro-Generalsekretär Wiener das Mikro ergriff und die Veranstaltung eröffnen wollte. Ein ohrenbetäubender Lärm aus Trillerpfeifen und Drucklufttröten schlug dem Häufchen rechten Wahlkämpfern entgegen. Eingekesselt von plötzlich ca. 150 anwesenden Gegendemonstranten, war hinter deren Reihe kaum etwas aus den voll aufgedrehten Lautsprechen von Pro NRW zu registrieren.

Handgreiflichkeiten
Da kein Absperr-Gehege für Pro NRW bereitgestellt wurde, war der Infostand anfangs für jedermann zu erreichen. Ein Bürger nahm die Gelegenheit wahr und stürmte zum Infostand, wurde abgewehrt und als er flüchtete von einigen Pro NRW-Mitgliedern verfolgt. Die Polizei beendete die Jagdszene in der Fußgängerzone ca. 50 Meter vom Infostand entfernt professionell und hatte aus jedem Lager eine Person am Schlafittchen. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch, dass eine sonst mit Gehstützen versehene Kommunalwahlkandidatin freistehend ihre Deutschlandfahne zur Abwehr des „Aggressors“ als Schlagstock verwenden konnte. Auch bei einem zweiten Störversuch waren selbst Herren aus der Pro-Seniorenabteilung bemüht, den Angreifer in die Flucht zu schlagen.

Die übliche Hetze
Für den Vierfachvorsitzenden Markus Beisicht ergab sich die letzte Möglichkeit die Öffentlichkeit mit seinen „Ausführungen“ zur Wahl seiner Partei zu bewegen. Davon machte er langatmig und wiederholend Gebrauch. Themen waren einmal mehr die Großfamilie in Leverkusen, der unfähige Bürgermeister, die bald aufgelösten Linken, die Partei mit Internetanschluss (Piraten), die undemokratische SPD, Asylbewerber usw. Das Erbe von Willy Brandt (mehr Demokratie) würde nicht mehr von den Jusos und der SPD wahrgenommen sondern von Pro NRW gelebt. Abgesehen davon, dass kaum jemand die Hetze und die Anfeindungen wegen des enormen Lärms wahrnehmen konnte, schlug RA Markus Beisicht nur Abscheu und Widerspruch von den versammelten Bürgern/innen entgegen.

Traumdeuter
Ein Wahlergebnis von 10% prognostizierte der Leverkusener Rechtsanwalt als Ergebnis für Pro NRW am 25.05.2014 in seiner Heimatstadt. Dies wird wohl nur ein Wunschtraum bleiben. Die plastische Erzählung über das undemokratische Füllen seines Anwaltsbriefkasten mit menschlichen Exkrementen (vielleicht war es gar ein unzufriedener Mandant?) und der Lobgesang auf seine wegen Betrugs vor Gericht stehenden Spitzenfunktionäre Wolter, Wiener und Uckermann bringt garantiert keine zusätzliche Stimme, eher das Gegenteil ist der Fall.

Pro NRW-Vize und Spitzenkandidat Aachen - Karl Wolfgang Palm

Pro NRW-Vize und Spitzenkandidat Aachen – Karl Wolfgang Palm

Aachen: Laut mit gegenseitigen Beleidigungen
Für 18:30 Uhr war Pro NRW in Aachen angekündigt. Durch eine Blockade an der Blondelstraße durch nur 6 Gegendemonstranten verzögerte sich Palms Theaterstück um über eine Stunde und begann erst um 19:45 Uhr. Der vom Polizeidienst suspendierte Aachener Pro NRW-Spitzenkandidat und ProNRW Vize Wolfgang Palm wollte Tacheles reden. Dies missglückte wie vorausgesehen vollends. Den schon müden Wanderwahlkämpfern, die schon einige Stunden in den Knochen hatten (Bonn, Leverkusen) standen ca. 300 Gegendemonstranten gegenüber und veranstalteten die übliche Geräuschkulisse. Empfangen wurde der Aachener Spitzenkandidat, laut Ohrenzeugen, aus dem eher bürgerlichen Lager mit der Aussage: „Führer … wo ist die Gaskammer“. Auch in Aachen wurden keine Bürger/innen erreicht. Die einzige Ausbeute ist die wahrscheinlich anstehende Presse. Trotz gegenseitiger Beleidigungen verlief die Veranstaltung gewaltlos. Um ca. 21 Uhr war die Vorstellung zu Ende.

Kommentar
Wer nun gedacht hat, Beisicht oder sein Vize Palm würden bahnbrechende Wahlprogramme für die Kommunal- oder Europawahl bekannt geben, hat sich geschnitten. Wie schon erläutert der immer wieder kommunizierte Einheitsbrei, den selbst die Spitzenfunktionäre gebetsmühlenartig leiernd den eigenen Mitgliedern vorpredigen. „Würde es Euch nicht geben würde, müsste man Euch erfinden“, erklärt der Pro Vorsitzende den Gegendemonstranten in Leverkusen. „Ihr besorgt uns die nötige Presse“, ist sein Resümee. Da hat er wohl nicht ganz Unrecht, nur vergisst Beisicht offenbar, dass die Presse noch nie positiv war, sondern eher das Gegenteil. Früher fragte man sich: „wer soll diese Partei eigentlich wählen?“

Heute steht fest: „Keine Stimme für Pro Köln/NRW mit ihren Möchtegern-Politikern zur Kommunalwahl in Bonn, Leverkusen, Aachen und anderenorts, sowie für ihren Anführer Markus Beisicht zur Europawahl“ denn:

Pro NRW/Köln […]„sei über den bloßen Verdachtsfall hinausgehend als verfassungsfeindlich einzuschätzen, ‘Pro Köln e.V.’ und ‘pro NRW‘ missachten Menschenrechte, ‘Pro Köln e.V.’ und ‘pro NRW’ schüren Fremdenfeindlichkeit, ‘Pro Köln e.V.’ und ‘pro NRW’ verbreiten islamfeindliche Vorurteile, ‘Pro Köln e.V.’ und ‘pro NRW’ werten Minderheiten ab und grenzen sie aus.“[…], so der Verfassungsschutzbericht NRW 2012.

Vorab vielen Dank an unseren Mitarbeiter im Büro Aachen für die Bilder und seine Berichterstattung. Eine aussagefähige Bilderstrecke aus Leverkusen und Aachen folgt in den nächsten Tagen.

Ihr Ronald Micklich

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