Wahlnachlese: Pro Köln Desaster, Pro NRW im Sinkflug

Absturz in die BedeutungslosigkeitPro-Stellenwert in NRW
Die Europawahl in Nordrheinwestfalen (NRW) zeigt deutlich den derzeitigen Stand der Bürgerbewegten im einwohnerreichsten Bundesland der Republik an. Zur Kommunalwahl 2009 wählten Pro NRW in NRW 41.291 Wähler, dies entspricht 0,6%. Berücksichtigt werden muss, dass die Splitterpartei nicht flächendeckend gewählt werden konnte. Zur Landtagswahl 2012 bekam Beisicht immerhin 118.326 Stimmen zusammen, was 1,5% entspricht und Pro NRW zu der ersehnten Wahlkostenerstattung verhalf (flächendeckender Antritt). Unter gleichen Bedingungen, Pro ist wie zur Landtagswahl in ganz NRW wählbar, reichte es gestern bei der Europawahl bei fast identischen Bedingungen gerade noch für 43.119 Stimmen, was 0,6% entspricht. Der Sturzflug ins Nirvana hat augenscheinlich begonnen.

Pro NRW im Sinkflug
Die Jubelpersermeldung aus dem Propagandabüro in Köln kam gegen 18:00 Uhr: „PRO NRW erweist sich als stabiler politischer Faktor bei der nordrhein-westfälischen Kommunalwahl und geht letztendlich gestärkt aus dieser Kommunalwahl hervor“, tönt der Europawahl-Versager Markus Beisicht. Dabei scheint er seine Wahl-Pleite mit 0,2% Bundes- und 0,6% Landesweit vollständig auszublenden. 0,2% Bundesweit sind Pro Deutschland Niveau.

Da es keine Sperrklausel mehr gibt, war es einfach ein paar Kandidaten aufzustellen, die dann für Pro NRW kandidierten und so ein paar Mandate erringen konnten. Augenscheinlich geht es aber nur um Masse statt um Klasse.

In Witten reichten 1.053 Stimmen und 2,81% aus um den ex. NPD´ler Christoph Schmidt (Berufsbezeichnung Fraktionsangestellter?) und Peggy Hufenbach in den Rat zu verhelfen.

In Remscheid waren es 1.621 Stimmen und 4,4% für den ex. NPD´ler Hüsgen, der mit seinem extra von Düsseldorf nach Remscheid gezogenen Favoriten Thorsten Michael Pohl nun die Ernte einfährt, die der ausgebootete Pro-Kamerad Jörg Schadwill gesät hatte.

In Wuppertal gab es zwar keinen Fraktionsstatus, dennoch zog hier die ex. Werbeikone der NPD, Claudia Gehrhardt, mit ihrem Spannmann Gerd Wöll und mageren 1,9% (2.229 Stimmen) in den Rat der Stadt ein.  

Pro Köln Desaster
Von den Propaganda-Ankündigungen der Kölner Maulhelden blieb nur ein Häufchen Elend über. Pro Köln verliert im Rat drei Sitze und hat nun nur noch Gruppenstatus (Ehepaar Wolter/Wiener) im Rat der Stadt Köln. Jörg Uckermann und Karel Schiele als Listenplatz-Folgende sind nur noch Geschichte. Dies bedeutet mit dem Verlust des Fraktionsstatus auch eine empfindliche Minderung der Mittel (ca. -60%). Pro Köln bekommt als Gruppe nur noch 66% der kleinsten Fraktionszulage (3 Mandate).

Judith Wolter und Markus Wiener hatten vorgesorgt. Als Listenplatz Erste der Bezirksvertretungen (BzV) in den Pro Köln-Hochburgen, konnten sie hier zwar keinen Fraktionsstatus erringen, kamen aber wenigstens mit je einem Sitz in die BzV  (Wolter in Mülheim, Wiener in Chorweiler). In den Genuss, weitere 6 Jahre lang die gegenleistungsfreie Zuwendung zu erhalten, kam auch noch Regina Wilden in Porz, Tony Xaver Fiedler in Kalk und Michael Gabel in Nippes.

Die Verlierer
Betrachtet man in den Bezirksvertretungen die jeweils ersten beiden Listenplätze, so stehen nachfolgend genannte Bürgerbewegte jetzt ohne Salär im Regen. BzV 1 – Frank Maul, Bernd Fieber, BzV 2 – Jana Schiele, Michael Weber, BzV 3 – Karel Schiele, Doris Rost, BzV 4 – Jörg Uckermann, Waldemar Staudenherz, BzV 5 – Matthias Moning, BzV 6 – Christel Tank, BzV 7 – Rudolf Erich Schäfers, BzV 8 – Heinz Jürgen Spelthahn und BzV 9 – Klaus Arlt.

Besonders hart trifft es hier die Familie Schiele, die alle Ämter verloren hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der vielen anderen nun funktionslosen Pro Köln-Mitglieder als sachkundige Bürger/innen wenigsten ein klein wenig am Stadtsäckel saugen können, tendiert auch eher gegen Null.

Der Superlooser
Es wäre auch nicht auszuhalten gewesen, wenn ein positiver Kommentar zum Absturz von Pro Köln fehlen würde. So verbreitet der „berüchtigte Uckermann-Soli-Blog kstasucks.de“ unter der Überschrift: „Uckermann verbessert Wahlergebnis – Achtungserfolg für Pro Köln“, seinen Nonsens:

[…] „2,6 Prozent erreicht die Bürgerbewegung Pro Köln bei den Kölner Kommunalwahlen. Obwohl sich das Ergebnis im Vergleich zu 2009 nahezu halbierte, bedeutet das Ergebnis für die Bürgerbewegung unter den gegebenen Umständen einen erfreulichen Achtungserfolg. Auch Jörg Uckermann konnte in seinem Wahlkreis sein Ergebnis verbessern …“ […]

2009 kandidierte im Wahlbezirk (Wbz) 24, Ehrenfeld III, Bickendorf I, Ossendorf nicht Jörg Uckermann, sondern Marylin A. für Pro Köln und erzielte 7,54% der Stimmen. Zur jetzigen Kommunalwahl vergeigte Uckermann mit schlappen 3,05% und 297 Stimmen in diesem Wbz die Wahl erbärmlich. Wo verbesserte er da sein Ergebnis?

Uckermann hat fertig! Raus aus dem Rat, raus aus der Bezirksvertretung, raus aus den Ausschüssen, raus aus der gegenleistungsfreien Alimentierung ist Fakt, rein in den Knast steht u. U. an. Womit Jörg Uckermann seinen Lebensunterhalt in Zukunft bestreiten wird, ist nicht bekannt. Spenden, ARGE oder möglicherweise ehrliche Arbeit? Aber wo? Das Geschäftsmodell des med. Bademeisters, Heilpraktikers usw. scheint sich in Wohlgefallen aufgelöst zu haben, eine düstere Zukunft kündigt sich augenscheinlich an … aber wen interessiert das noch?

Kommentar
Anstatt das Desaster schön zu reden, sollte Beisicht als Vorsitzender von Pro Köln/NRW endlich einmal Format beweisen und die Verantwortung für das miese Wahlergebnis, besonders in Köln, übernehmen. Dieser Gedanke wird dem egozentrischen „Vorsitzenden“ wohl fremd bleiben. Die Frage ist nicht ob die Parteimitglieder den glücklosen „Europawahl-Spitzenkandidat“ noch lange ertragen, sondern wann sie ihn zum Teufel jagen. Ob die fürsorgliche Hand der österreichischen FPÖ  noch lange für Beisicht zur Verfügung steht, darf ebenso diskutiert werden.

Ihr Ronald Micklich

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