Pro NRW/ Köln: Traum und Realität – Kölner Analyse – Bonner Fiasko

TraumPro Köln
Wählerwanderung: Den zweitgrößten Wanderungsverlust erleidet PRO KÖLN. Ein Großteil deren Wähler von 2009 blieb der Kommunalwahl 2014 fern. Der nur geringe Austausch mit anderen Parteien deutet auf die politische Isoliertheit von PRO KÖLN hin.

Wanderungssalden im Vergleich zur KW 2009: Pro Köln verliert etwa 10.600 Wähler, davon wandern 8.800 in den Nichtwähler-Bereich.

Schwerpunktgebiete: PRO KÖLN erzielt vor allem Stimmen in Gebieten mit einem geringen Einkommens- und Bildungsniveau sowie mit einem hohen Anteil an Sozialhilfeempfängern.

Hier finden Sie die vollständige Analyse, die Grafik der Wanderungssalden und das endgültige Wahlergebnis in Köln.

Pro NRW-Bonn-Vorsehung
Großmäulig verkündeten die Bonner Pro NRW-Protagonisten ihren bevorstehenden Einzug in Fraktionsstärke in den Rat der Stadt Bonn: „Als einzige demokratische Partei rechts der CDU tritt in Bonn die Bürgerbewegung PRO NRW an. Die Zeichen deuten auf einen Einzug in Fraktionsstärke in das neue Stadtparlament hin“ und weiter:

„Nächster Schritt des Verbandes ist … die konsequente Fortführung einer starken kommunalen Präsenz der Bürgerbewegung in Bonn, um am 25. Mai 2014 mit einer Fraktion im Rat und Bezirksverordneten in allen vier Vertretungen … aktiv sein zu können.“

Rechtsausleger gebündelt
„Erfreulich für das freiheitliche Lager ist jedoch anzumerken, dass PRO NRW ohne jegliche Konkurrenz in die entscheidende Kommunalwahl-Schlacht ziehen wird. Aufgrund der Mitwirkung von ehemaligen Mitgliedern der Unabhängigen Wählergemeinschaft Bonn und der Republikaner wurde in der Bundesstadt der Zersplitterung des freiheitlichen Spektrums im Kleinen entgegengewirkt. Nicht zuletzt deswegen rechnen die lokalen Verantwortlichen mit einem deutlichen Wahlerfolg. Umfragen bestätigen immer wieder, dass es ein festes Potential von bis zu 15 Prozent der Wählerstimmen … „

.. und trotzdem total verrissen
Der politische Durchlauferhitzer Frederick Christopher Freiherr von Mengersen hat schon viele Stationen durchlebt. Anzuführen sind „Die Freiheit“ wo er kommissarischer Leiter der Jugendorganisation gewesen sein soll, Mitglied bei den Republikanern, die er nach Insiderinformationen durch ein Parteiausschlussverfahren verlassen musste, stv. Vorsitzender bei Ring freiheitlicher Jugend und Sprecher für die GDL Division Rhein-Main am 11.08.2012 in Köln. Jetzt Vorstandsmitglied bei PRO NRW, Geschäftsführer des Bonner Pro-Kreisverbandes, Kommunal- und Europawahlkandidat 2014 (Listenplatz 2).

2012 war Mengersen noch ausgestattet mit GDL-Hemdchen und Deutschland-Fahne in Köln für die GDL aktiv. Aktuell hat sich das Outfit stark verändert. Brille und Gehrock mit Schiebermütze erwecken zumindest optisch einen bürgerlichen Eindruck. Dies, ein Flugzeug mit Pro NRW-Werbebanner und mehrere „Redebeiträge“ des Godesberger Spitzenkandidaten Frederick Christopher Freiherr von Mengersen, einem Student, der als finanziell unabhängig bezeichnet wird, haben nichts genutzt. Weit abgeschlagen musste sich der Adelsspross mit 2,22% der Wählerstimmen zufrieden geben. Auch seine Träume vom Europaparlament haben sich in Wohlgefallen aufgelöst (0,2%). Nichts ist geblieben, außer den wertlosen Funktionsbezeichnungen in einer rechtsextremistischen Partei.

Noch erbärmlicher schnitten nur Alexander Kern im Bezirk Beuel mit 1,39% und der ex. NPD´ler Nico Ernst mit der roten Laterne in der Hand im Bezirk Bonn, mit lächerlichen 1,19% ab. Wie die beiden Möchtegernpolitiker nach dem Bonner Totalausfall nun ihren Lebensunterhalt bestreiten werden ist nicht bekannt. Dass der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird, ist leider nicht unwahrscheinlich.

Einzig Detlev Schwarz, ausgestattet mit dem erfolgversprechendsten Wahlbezirk und Spitzenkandidat für den Stadtrat Bonn konnte 2 Sitze ergattern und sich damit für 6 Jahre gegenleistungsfreie Apanage sichern. Im Bezirk Hardtberg reichten Schwarz 460 Stimmen (3,42%), seinen Sitz im Rat bekam er mit 2.185 Zählern (1,58%).

Ihr Ronald Micklich

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