Wochenendbeitrag: Der Staat langt uns in die Tasche – nur wenig bleibt übrig

SteuerlastVon Dagmar Metzger, Steffen Schäfer und Christian Bayer

Eine Frage des Eigentums
Der vergangene Dienstag war ein ganz besonderer Tag und für die Bürger ein Anlass zum Feiern. Gewiss, der 7:1 Kantersieg der deutschen Fußballnationalmannschaft war ein schönes Ereignis und wurde sicherlich von den allermeisten sehr gefeiert. Aber nicht nur für Fußballfans war jener Tag ein besonderer, sondern für alle Bürger. Er markierte nämlich einen essentiellen „Regimewechsel“ für jeden Steuerpflichtigen. Erst seit jenem 8. Juli arbeitet der durchschnittliche Steuerzahler für die eigene Tasche, davor wirtschaftete er ausschließlich für „Vater“ Staat. Bei genauerer Betrachtung ist dieses Datum natürlich kein Grund zur Freude, ganz im Gegenteil. Dies liegt banaler Weise daran, dass der Steuerzahlergedenktag so spät im Jahr liegt und die Tendenz hat, im Kalender immer weiter nach hinten zu wandern. Fiele jener Tag in den Januar oder auf Anfang Februar, es wäre keine große Meldung. Sicherlich wäre zwar niemand froh darüber, Steuern zahlen zu müssen, aber jeder würde doch zustimmen, dass selbst der Staat etwas Geld benötigt, um seiner originären Aufgabe – der Erhaltung der inneren und äußeren Sicherheit – nachzukommen.

Aber dem durchschnittlichen Steuerzahler mehr als fünfzig Prozent des Ertrags seiner Lebensarbeitszeit wegzunehmen, ist schon eine dramatische Enteignung. Zumal es auch Berechnungen gibt (wie beispielsweise diese des Landesverbands Sachsen-Anhalt der Partei der Vernunft), welche die tatsächliche Steuer- und Abgabenlast der Bürger noch viel höher einschätzen. Dass der Staat, ganz gleich es ob sich dabei um eine Demokratie, eine Diktatur oder ein Königreich handelt, immer mehr Geld von seinen Bürger abpressen möchte, ist dabei wenig verwunderlich. Es ist dem Gestaltungswunsch der Politiker/Diktatoren/Monarchen geschuldet und ihrem Drang, etwas Dauerhaftes zu hinterlassen. Verwunderlich ist vielmehr, dass sich die Bürger diesen Griff in ihre Geldbeutel gefallen lassen. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass schon äußerst bescheidene Besteuerungsversuche zu Revolutionen führten. Das bekannteste Beispiel hierfür dürfte die Boston Tea Party sein – die Auftaktouvertüre zum Unabhängigkeitskrieg der britischen Kolonien auf dem nordamerikanischen Kontinent. Der konkrete Anlass für die feierliche Versenkung dreier Schiffsladungen Tee im Hafen von Boston war der Protest gegen den Tea Act von 1773, der die Erhebung einer Steuer in Höhe von drei(!) Prozent auf den Ausgangsstoff für das britische Nationalgetränk vorsah. Mehr von diesem Beitrag lesen

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Pro Köln: Weitere Betrugsprozess-Termine

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Gegen die vier wegen bandenmäßigem Betrug zum Nachteil der Stadt Köln Angeklagten Pro Köln- (ex.)Funktionäre Judith Wolter, Jörg Uckermann, Markus Wiener und Bernd Schöppe geht der Prozess weiter. Sie müssen sich auch in der kommenden Woche vor dem Landgericht in Köln verantworten. (Hintergrund)

Weitere Termine: 14.07.2014, 9:30Uhr, Saal 112 und am 18.07.2014 ebenfalls um 9:30 Uhr im Saal 7.

Ihr B.S. Team