Pro NRW-Bonn: Christoph v. Mengersen verdrängt Detlev Schwarz

Pro Funtionäre 03.2014: Detlev Schwarz, Claudia Bötte, Andre Hüsgen, Christopher v.Mengersen von li. nach re.

Pro Funtionäre 03.2014: Detlev Schwarz, Claudia Bötte, Andre Hüsgen,
Christopher v.Mengersen von li. nach re.

Ober sticht Unter
Nun ist es amtlich, auf der Internetpräsenz der Stadt Bonn wird seit vergangenem Freitag „Frederic Christopher Freiherr von Mengersen“ (CvM) ab dem 1.12.2014 als Stadtverordneter geführt. Sein Parteikollege, der 53 jährige Bonner Pro NRW-Kreisvorsitzende und erst im Mai gewählte Mandatsträger Detlef Schwarz, hat die Segel gestrichen und damit den Weg für den Aristokratensohn frei gemacht.

Von Mengersen
CvM ist eines von zwei Kindern des am 18.08.2012 verstorbenen Victor Freiherr von Mengersen. Die Ehe seiner Eltern war geschieden. Sein Vater war zwölf Jahre lang bei der Marine gewesen, die er 1987 im Rang des Kapitänleutnants verließ. Seine Finanzkarriere hatte der aus dem Weserbergland stammende Mengersen vergleichsweise spät im Alter von 30 Jahren als Trainee bei der BHF-Bank begonnen. Mengersen arbeitete zuletzt als Managing Director bei Jefferies, musste die Bank Ende Juli 2012 aber im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen verlassen. Seinen Erben soll er ein stattliches Vermögen hinterlassen haben. Quelle

Politische Stationen von CvM
Der politische Wanderpokal Frederick Christopher Freiherr von Mengersen hat schon viele Stationen durchlebt. Anzuführen sind “Die Freiheit” wo er kommissarischer Leiter der Jugendorganisation gewesen sein soll, Mitglied bei den Republikanern – die er nach Insiderinformationen durch ein Parteiausschlussverfahren verlassen musste -, stellvertretender Vorsitzender beim Ring freiheitlicher Jugend und Sprecher für die GDL Division Rhein-Main am 11.08.2012 in Köln. Jetzt Vorstandsmitglied bei PRO NRW, Geschäftsführer des Bonner Pro-Kreisverbandes und nun nachgerückter Stadtverordneter und Bezirksvertretungs-Mitglied in Bonn.

2012 bekundete CvM in einem Interview:

„Da ich jedwede Form des politischen Extremismus gleichermaßen ablehne, halte ich Abstand zur PRO-Bewegung. An der Basis mag es viele aufrechte und ehrliche Demokraten geben, doch bei den Spitzenfunktionären wie Molau, Rouhs oder Beisicht bin ich mir dessen nicht sicher, mehr noch, ich zweifle stark an ihrer demokratischen Gesinnung. Moralisch kann ich daher eine Kooperation mit PRO nicht verantworten.

Im November 2013 wurde CvM auf der offiziellen Pro Köln- Internetseite als Tagespraktikant und Pro NRW Funktionär bezeichnet. Nur 9 Monate später, nach einer vergeigten Kommunal- und Europawahl, bekam der sich selbst als finanziell unabhängig bezeichnende Student und mandatslose Wahlverlierer als Trostpflaster die Bezeichnung „Landespolitiker“, auf der gleichen Propagandaseite, verpasst. Nach der Wahl war CvM nichts geblieben, außer den wertlosen Funktionärsbezeichnungen in einer rechtsextremistischen, vom Verfassungsschutz als verfassungsfeindlich bezeichneten Partei. Eine bemerkenswerte Karriere.

Kommentar
Nun hat er es geschafft, der Adelspross. Überglücklich muss CvM gewesen sein, als er einen Screenshot aus dem Bonner Rats- u. Informationssystem mit seinem Namen auf seiner Facebook-Seite präsentieren konnte. Eine offizielle Erklärung zu dem Wechsel sucht man auf den Pro-Seiten vergeblich. Offenbar zu peinlich, die Angelegenheit.

Welche Gegebenheiten zum politischen Ableben von Detlev Schwarz führten, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Krank scheint Detlev Schwarz jedenfalls nicht zu sein, politisch unterwirft er sich loyal seinem Chef Markus Beisicht. Im Wahlkampf war er der Leistungsträger, somit auch berechtigt gewählter Mandatsträger. CvM aber ist wie er selber sagt finanziell unabhängig und konnte 30.000€ in den Wahlkampf stecken. Die nächsten Wahlen stehen vor der Tür, die Parteikasse ist leer. Laufende Spendenbetteleien von Pro NRW, die Präsidiumsmitglied Tony Xaver Fiedler sogar noch an ausgetretene Mitglieder versendet, belegen dies. Aus unabhängigen Quellen wird berichtet, dass CvM monatlich einen niedrigen 4 stelligen Betrag als Spende zur Verfügung stellen soll. Eine Bestätigung von CvM liegt nicht vor, hier bleibt nur die Möglichkeit den Rechenschaftsbericht abzuwarten. Auch Gerüchte um eine angedachte Großspende im 6 stelligen Bereich für die anstehenden Wahlen kursieren derzeit in gut informierten Kreisen. Da könnte Detlev Schwarz natürlich nicht mithalten. Plakatieren, Flyer verteilen und Infostände bis zum Umfallen betreiben ist die eine, finanzielle Unterstützung im größeren Ausmaß leisten, die andere Seite der Medaille.

So wäre es vielleicht auch zu erklären, dass Detlev Schwarz eine Absprache auf einen Wechsel der Mandatsträgerschaft eingegangen ist, den er auf diese Art und Weise gar nicht wollte. Die Frage ob hierbei finanzielle Gegebenheiten eine Rolle gespielt haben könnten, konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden. Summen sind aber auch hier aus gut informierten Pro NRW-Insiderkreisen zu erfahren.

Nun bleibt abzuwarten ob die Demontage des Bonner Kreisvorsitzenden mit dem politischen „aus“ als Mandatsträger ein Ende gefunden hat, oder ob der freie Fall des Detlev Schwarz auf dem kommenden Landesparteitag seine Fortsetzung findet. Für den Landesgeschäftsführer sehen jedenfalls einige Insider „schwarz“.

Ihr Ronald Micklich

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