Nachlese Pro NRW-Parteitag: LPT gut gelaufen? Bergische Pro´ler stinksauer, wo ist die Geschlossenheit?

pro nrw 1Unerträgliche Propaganda
Schon im ersten Satz der Jubelpersermeldung zum Landesparteitag (LPT) der Bürgerbewegten tauchen wieder Ungereimtheiten auf. Wurde den restlichen nicht an der Versammlung teilnehmenden Parteimitgliedern vorgegaukelt, es hätten sich „Rund 150 Mitglieder und Gäste“ zum LPT eingefunden, scheint diese Angabe wie üblich weit überzogen. Gerade einmal 70-80 Teilnehmer sollen nach Angaben eines zuverlässigen Teilnehmers bei der Veranstaltung vor Ort gewesen sein. Dies deckt sich auch mit den verfügbaren Bildern.

Der Parteitag ist in äußerst harmonischer und kameradschaftlicher Atmosphäre wirklich gut verlaufen. Es war ein Parteitag der Geschlossenheit sowie der personellen Neuausrichtung, die Partei sei im Wesentlichen geschlossen …, weiß der Anführer der Splitterpartei zu berichten.

Harmonie sieht anders aus
Der desillusionierter Bezirksverbandsvorsitzende- Bergisch Land, Andre Hüsgen, bewertet den LPT auf Facebook anders als sein Imperator. In einer **Persönlichen Erklärung** wird Hüsgen seinen Wahlplakaten gerecht „Wut im Bauch? Lass es raus!“

Unser Bezirksverband Bergisches Land ist heute auf dem Parteitag in einer Art und Weise gedemütigt worden, die mir die Sprache verschlagen hat. Das ist nun der Dank dafür, dass wir

1.) Bei Demos -egal wo- immer (mit) die meisten Teilnehmer gestellt haben, insbesondere im Kommunalwahlkampf und damit anderen Verbänden den Erfolg geebnet haben.

2.) als einziger Bezirksverband nach der Wahl solidarisch mit denen waren, die irgendwo gescheitert sind und diese beruflich nach Kräften „aufgefangen“ haben.

3.) Die vorbildliche Ratsarbeit, die von allen Neumandataren im Bergischen Land geleistet wurde, Parteiintern nicht honoriert wird. Für Andre Hüsgen stehe fest, dass die beiden vorgenannten Punkte 1 und 2 nun mit Sicherheit zur Diskussion stehen müssen. Andre Hüsgen will seinen Einsatz zudem nur noch im Bergischen Land ableisten und stehe für keine(!) Aktionen außerhalb seines Bezirksverbandes mehr zur Verfügung.

Es könne nicht sein, so Hüsgen, dass die, die am meisten für die Allgemeinheit leisten, dafür abgestraft werden. Stattdessen sollten auch wir uns künftig ausschließlich auf die Arbeit hier vor Ort fokussieren, eben genau so, wie es andere Verbände auch tun, meint der Remscheider Ratsherr.

Erstaunliche Zustimmung
Auch der Kreisvorsitzende des Rhein-Erft-Kreises, Jürgen Bruno Hintz hebt da den Daumen und findet die Erklärung gut. Ihm gleich tut es der Bundesvorsitzende von Pro Deutschland Manfred Rouhs. Die Lebensgefährtin von Andre Hüsgen, Claudia Bötte, bemerkt dazu in einem recht eigenartigem Deutsch: Mir ist die scheiße eh egal. ich hab meine fraktion in wuppertal. Andre seine Gruppe in remscheid. Das sollen andere ertsmal nachmachen. Ins gemachte nest setzen kann sich jeder. (sic!)

Der Ratskollege von Frau Bötte, Gerd Wöll, ergänzte gegenüber Herrn Hüsgen: Du hast ja soooo recht, es war eine Sauerrei !!!, wofür sich Hüsgen artig bedankt und Wöll mit einem Spruch, der Universalgültigkeit besitzen soll, beglückt: „Undank ist der Welten Lohn!“

Retourkutsche?
„Erst am 6. Dezember ist in Leverkusen die neue Spitze der Bürgerbewegung PRO NRW gewählt worden, und bereits am 8. Dezember berieten die neuen Bergischen Parteivorstandsmitglieder Claudia Bötte, Uwe Lorani und Udo Schäfer zusammen mit dem Bezirksgeschäftsführer (Redak. Andre Hüsgen) und den PRO NRW Stadtverordneten Wuppertals über einen möglichen Oberbürgermeister-Kandidaten für die Metropole des Bergischen Städtedreiecks. Einhellig fiel die Entscheidung auf Lars Seidensticker“, ist auf der Wuppertaler Pro-Seite zu lesen.

Hielten sich einige politisch Interessierte lachend den Bauch, dürfte nun Markus Beisicht etwas unpässlich sein. Seidensticker, der keinesfalls das von ihm gezeichnete Bild darstellt, umschreibt der Bezirksvorsitzende Andre Hüsgen wie folgt:  „Den guten Kollegen Seidensticker erachte ich als einen hervorragend geeigneten Mann für den Posten des Oberbürgermeisters …“

Warum das Verhältnis zwischen Beisicht und Seidensticker nicht mehr das Beste sein könnte, erfahren Sie in unserem Artikel vom 01.09.2013 „Pro Deutschland Tour: Spott und Häme für Pro-Chef Markus Beisicht“ .

Auszug: „Die Auszeichnung “Tütensuppe des Tages” wurde heute dem “mutigsten Politiker Europas” für die flammendste und mitreißendste Rede verliehen, die er gehalten hätte, wenn er zu unseren Veranstaltungen gekommen wäre!“, (sic!). Beisicht wurde eine Tüten-Kaisersuppe verliehen, wohl in Anspielung auf seinen kaiserlichen Führungsstil.

Kommentar
Im Bergischen Land fühlt man sich gedemütigt und droht mit Konsequenzen. Sonst loyale Mandatsträger stimmen zu. In Wuppertal wird ein Pro Deutschland-Generalsekretär, der Beisicht schwer düpierte, als Kandidat zur anstehenden Oberbürgermeisterwahl in Betracht gezogen und in Duisburg zerlegt sich Pro NRW gerade selber. Wie taub muss man eigentlich sein, um diese Alarmsignale zu überhören. Beisicht träumt augenscheinlich wenig beeindruckt weiter. Jetzt fehlen nur noch die Sprüche von der „historischen Chance“ beim Landtagswahlkampf 2017, den natürlich wieder die unkritischen Jünger der Sekte zu stemmen haben. Das Beisicht die Karre auch hier wieder regelrecht gegen die Wand gefahren hat, fällt wenigstens schon einigen Mitgliedern, Funktions- und Mandatsträgern auf.

Ihr Ronald Micklich

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