Rechtsradikale Trittbrettfahrer instrumentalisieren Pegida-Ableger Bogida in Bonn

Screenshot FAZ

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Die Bogida-Demo in Bonn
Ein ausführlicher Artikel der Faz lässt kaum Fragen offen. „Zum Bonner „Pegida“-Ableger „Bogida“ kommen nur 300 Demonstranten. Organisatoren und Redner geben sich ungezügelt radikal. NRW-Innenminister Jäger meint: „Die Organisatoren stammen aus dem rechtsextremistischen Spektrum“, schreibt die Gazette. Weitere Auszüge:

„Erster Redner bei „Bogida“ in Bonn ist der deutsch-türkische Autor Akif Pirinçci. Er liest eine kurze Passage aus seinem Buch „Deutschland von Sinnen“ vor. Sie endet mit den Worten: „Ihr seid Deutsche, keine feigen Ratten. Es lebe das heilige Deutschland!““

„Hauptprogrammpunkt von „Bogida“ ist die ungezügelte Hassrede eines Mannes, den Organisatorin Dittmer als „Michael Mannheimer“ vorstellt und bei dem es sich also offenbar um den Internet-Publizisten Karl-Michael Merkle handelt.“

„Auch eine junge Frau von Hogesa und der Bonner Stadtrat Christopher von Mengersen (ProNRW) treten auf dem Kaiserplatz auf. Mengersen wird von Versammlungsleiterin Dittmer als derjenige vorgestellt, der im Mai 2012 bei einer Demonstration seiner Partei in Bonn eine islamkritische Karikatur in die Höhe gehoben hatte. Daraufhin war es zu schweren Ausschreitungen von extremistischen Salafisten gekommen.“ Vollständiger FAZ Artikel

Pro NRW Vorstands-Beisitzerin Anmelderin
Anmelderin der Demonstration Bogida in Bonn für den 15.12.2014 ist die Bornheimerin Melanie Dittmer, die vor gut einer Woche in Leverkusen, auf Vorschlag von Tony Xaver Fiedler, so ein Informant, als Beisitzerin in den Landesvorstand der rechtsextremen und vom Verfassungsschutz als verfassungsfeindlich bezeichneten Partei Pro NRW gewählt wurde. Auch die Folgetermine am 22. und 29. Dezember sollen von ihr angemeldet worden sein, berichtet die Rheinische Post am 10. Dezember.

Schon bei der DÜGIDA-Demo am 8. Dezember waren mehrere “pro NRW”-Parteivorstandsmitglieder vor Ort, Melanie Dittmer hielt sogar eine Rede. Anmelder in Düsseldorf war der “pro NRW”-Aktivist und ehemalige Kölner “German Defence League”-Führer Sebastian Nobile. Tony Xaver Fiedler war augenscheinlich für die Beschallung zuständig.  

Wer ist Melanie Dittmer?
Melanie Dittmer „gehörte in der zweiten Hälfte der neunziger  Jahre zu den umtriebigsten AkteurInnen der nordrhein-westfälischen Neonazi-Szene, zog sich aber ab zirka 2001 zunehmend aus dem politischen Geschehen zurück. Seit zirka einem Jahr ist sie wieder sichtbar aktiv und engagiert sich u.a. bei den “Identitären”, ist bei „NRW rechtsaußen“ zu lesen. Hier finden Sie auch einen Lese-Tipp: „Melanie Dittmer – eine extrem rechte Aktivistin unter der Lupe“. Die Verbindungen über die Identitären zu Pro NRW und den Eintritt in dessen Vorstand, augenscheinlich durch Tony Xaver Fiedler begünstigt, werden ein weiteres Thema sein.

Kommentar
Ob die Verantwortlichen von Pegida wissen, welche Trittbrettfahrer an den Demos partizipieren wollen? Pro NRW (Funktionsträger) als Anmelder der Demonstrationen geht überhaupt nicht. Der Hauptveranstalter muss sich mit Fug und Recht rechtsextremistischen Hintergrund und Verfassungsfeindlichkeit unterstellen lassen, wenn er dies zulässt. “Die PRO-Bewegung war einer der Wegbereiter neuer islamkritischer Protestformen, wie sie aktuell Pegida in Dresden und viele ihrer Ableger in ganz Deutschland praktizieren”, faselt der gerade eben wegen Betrugs Verurteilte Markus Wiener auf seiner Propagandaseite.

Fast alle Aktionen jedweder Art von Bürgerinitiativen, bei denen sich Pro NRW einmischte und zum Trittbrettfahrer machte, waren von Misserfolg gekrönt. Beispiele dafür gibt es ausreichend. Einziges Ziel der Bürgerbewegten dürfte dabei der verzweifelte Versuch sein an neue Adressdaten für die massenhafte Verbreitung von Propagandamaterial und daraus resultierend eventuell neuen Sympathisanten, Spendern und Wählern für ihr Geschäftsmodell zu kommen. Deswegen Vorsicht: Wer sich mit Pro NRW einlässt, wird in der Gesellschaft isoliert und bleibt chancenlos.

Ihr Ronald Micklich

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