Bogida-Initiatorin Dittmer(Pro NRW): „Es ist unerheblich, ob es den Holocaust gegeben hat“

Screenshot: SPON vom Sonntag, 21.12.2014 – 18:30 Uhr

Screenshot: SPON vom Sonntag, 21.12.2014 – 18:30 Uhr

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Mit „Melanie Dittmer wird wohl auch am morgigen Montag wieder auf die Straße gehen. Dann trifft sie sich in Bonn mit Hunderten Aktivisten der islamfeindlichen Gruppierung „Bogida“ (Bonn gegen die Islamisierung des Abendlandes) zu einem abendlichen Spaziergang. Zur Unterstützung wird der ehemalige FAZ-Redakteur und Buchautor Udo Ulfkotte als Redner erwartet. Dann müssen sich Muslime, Asylbewerber und die Medien wieder auf einiges gefasst machen“, beginnt ein gestern Abend bei Spiegel Online erschienener Artikel.

Melanie Dittmer ist die Anmelderin des Protestumzuges am heutigen Tage in Bonn. Was offenbar nur wenige von ihnen wissen: Die 36-Jährige hat eine stramme Neonazi-Vergangenheit hinter sich. So saß sie etwa im NRW-Landesvorstand der rechten Nachwuchsorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN). Außerdem wirkte sie redaktionell in den Neonazi-Postillen „Ruhrstürmer“ und „Schwarze Fahne“ mit. „Gestern war gestern und heute ist heute“, sagt sie jetzt in einem Interview mit SPIEGEL TV. „Ich schäme mich nicht für meine Vergangenheit.“

„Doch dass sie Probleme hat, sich von der braunen Gesinnung zu distanzieren, zeigt ihre Einstellung zum Massenmord an den Juden während der Nazidiktatur. „Für mich ist es völlig unerheblich, ob es den Holocaust gegeben hat. Das ist 70 Jahre her!“, argumentiert Dittmer, „fragen Sie die Franzosen nach Napoleon? Oder Russland nach Stalin?“, berichtet die Gazette.

Melanie Dittmer wurde bereits 1996 bei Spiegel TV porträtiert. Die Demokratie wollte sie damals abschaffen. Melanie Dittmers Ziel war ein sogenannter „Nationaler Volksstaat“. „Es wird dann auf jeden Fall Arbeitslager für Mörder, Dealer und Volksschädlinge geben.“ Dazu zählte sie auch oppositionelle Politiker.

Den vollständigen Artikel mit Video-Link zum Dittmer-Interview finden Sie hier.

Kommentar
Melanie Dittmer wurde am 6.12.2014 auf einem Sonderparteitag der vom Verfassungsschutz als verfassungsfeindlich und rechtsradikal bezeichneten Splitterpartei Pro NRW, als Beisitzerin in der Vorstand gewählt. Vorgeschlagen vom neu gewählten Generalsekretär der Bürgerbewegten, Tony Xaver Fiedler, dessen politische Vita auch einige braune Flecken aufweist. Der Spiegel Online Bericht gibt kurz und prägnant Auskunft über die Denke des neuen Vorstandsmitglieds. Bei Pro NRW steigt die Dichte von Funktionären und Mandatsträgern mit rechtslastiger Vergangenheit. Man denke dabei an Christopher von Mengersen (Freiheit, REP, GDL,), Andre Hüsgen (REP, NPD), Tony Xaver Fiedler (DVU, REP, Identitäre) Claudia Bötte (Werbeikone der NPD), Christoph Schmidt (JN-NPD), Judith Wolter (REP), Markus Beisicht (DLVH), Udo Schäfer (DVU), Kevin Gareth Hauer (REP), Nico Ernst (NPD) um nur einige zu nennen. Melanie Dittmar fügt sich fugenlos in das Gesamtbild ein.

Bilden Sie sich selbst ein Urteil über die Glaubwürdigkeit von Beisichts gebetsmühlenartig heruntergeleiertem Gefasel über eine „Nordrheinwestfälische Grundgesetzpartei“ Pro NRW.

Ihr Ronald Micklich

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