Akademikerball Wien: Pro NRW-Propaganda obligatorisch

Screenshot Hofburg Wien

Screenshot Hofburg Wien

Mehr Schein als Sein
In der gewohnten Wichtigmacher-Propaganda berichtet Pro NRW über die Teilnahme dreier Mitglieder am diesjährigen Akademikerball in Wien. Dieser wurde am 30.01.2015 von der FPÖ (Freiheitliche Partei Österreich) in den Festsälen der Wiener Hofburg ausgerichtet. Die Eintrittskarten kosteten 75€ als Herren/Damen-Karte, Ermäßigungen gab es für Studenten, jedermann konnte teilnehmen.

Hochtrabend schwafelt der augenscheinliche Autor des Pro-Internetbeitrags und Teilnehmer am Akademikerball, Tony Xaver Fiedler, in seinem Bericht über das Ansehen und die Wichtigkeit von Pro NRW und suggeriert, dass die rechtsradikale Splitterpartei Pro NRW mit ihren Repräsentanten Tony-Xaver Fiedler (Generalsekretär, Bezirksvertreter Köln-Kalk), Kevin Gareth Hauer (stellv. Vorsitzender, Fraktionsvorsitzender Gelsenkirchen) und Christopher Freiherr von Mengersen (Schriftführer, Stadtverordneter Bonn) „zu den führenden Köpfe des freiheitlichen Spektrums aus Europa“ gehören solle.

Die Wichtigkeit und Verbundenheit soll offensichtlich noch dadurch belegt werden, dass die aus Deutscher- und Europapolitischer Sicht gesehenen, unbedeutenden Pro-Funktionäre  am „persönlichen Tisch“ des Wiener Landtagsabgeordneten Wolfgang Jung, der ja auch Brigadegeneral a.D. ist, der Eröffnungsrede von FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache lauschen durften.

Natürlich wurden wieder viele persönlichen Gesprächen mit europäischen Politikern geführt und neue Kontakte geknüpft, wird behauptet. Dazu sollen „diverse FPÖ-Funktionäre“ und der neue Vorsitzende der Vlaams Belang, Tom van Grieken“ gehört haben.

FPÖ und Vlaams Belang noch offizielle Freunde von Pro NRW?
Wenn die Verbundenheit zwischen Vlaams Belang, der FPÖ und Pro NRW so groß sein soll, fragt man sich, wieso auf der Internetseite von Pro NRW seit etwa November 2014 der Link zu FPÖ und Vlaams Belang verschwunden ist. Auch auf den Seiten der „Freiheitlichen“ aus Österreich und auf der Seite von Vlaams Belang sucht man vergeblich nach einem Hinweis auf die Bürgerbewegten.

Selbst auf der Seite der FPÖ Wien, auf der der Landtagsabgeordnete Wolfgang Jung präsent ist, findet sich nur ein alter, aber sehr interessanter und bezeichnender Artikel vom 27.07.2011!

Dort geht es um ein Bild, dass unter der Überschrift „Die Retter des Abendlandes“ wie folgt unterschrieben ist: Gegen den Islam vereint: die rechtsextreme NPD und die anti-islamische „Pro NRW“ in Duisburg 2010. Dies wollte die FPÖ, die damals ja tatsächlich noch eine gewisse Beziehung zu Pro NRW pflegte, augenscheinlich nicht so stehen lassen. Und so schrieb die FPÖ:

„Richtigstellung zu Artikel in der „Wiener Zeitung“ auf Seite vier

Unter dem Titel „Die Retter des Abendlandes“ behauptet Redakteur Georg Friesenbichler im Bildtext, dass die NPD bei der Veranstaltung von „Pro NRW“ in Duisburg im Jahr 2010 vertreten gewesen wäre. (Link zur Online-Ausgabe: hier)“

„“Das stimmt nicht“, stellt Wiens FP-Landtagspräsident Johann Herzog klar, „ich bin enttäuscht, dass eine Zeitung, die im Eigentum der Republik Österreich steht, sich daran beteiligt, die Freiheitlichen mit radikalen Gruppierungen in Zusammenhang zu bringen.““

„Herzog beruhigt: „Wir suchen uns unsere Freund sehr genau aus.““

Kommentar
Schon 2011 wollte die FPÖ augenscheinlich keinesfalls eine Verbindung zu den Rechtsradikalen der NPD eingestehen. Beisichts stetiges Gemurmel vom NPD Narrensaum und der NRW-Grundgesetzpartei PRO NRW, scheint bei der FPÖ nicht mehr glaubhaft zu sein. Eine vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch und verfassungsfeindlich bezeichnete Splitterpartei, die bei den letzten Europawahlen mit Spitzenkandidat Markus Beisicht und dem auf Listenplatz 2 gesetzten Christopher v. Mengersen (CvM) ein niederschmetterndes Wahlergebnis von gerade einmal 0,2% erreichten, dürften wenig interessant als politischer Partner sein.

Dazu kommt noch das offene Bekenntnis von Pro NRW zu ehemaligen Angehörigen der NPD (JN) und der von der Bildfläche verschwundenen DVU, die noch heute Positionen als Funktionäre bis in den Landesvorstand einnehmen. Auch die Pressereaktionen und Bilder von Beisichts Dü-Kö-Bo/gida Veranstaltungen mit Tony Xaver Fiedler, Melanie Dittmer, CvM und vielen anderen Pro-Aktivisten unter Beteiligung von gewaltbereiten Hooligans, der NPD und „Die Rechte“, sprechen eine deutliche Sprache.

Wiens FP-Landtagspräsident Johann Herzog stellt schon 2011 klar: „Wir suchen uns unsere Freund sehr genau aus.“ Dies hat man offensichtlich umgesetzt. Es scheint kein Renommee zu sein, mit einer Partei wie Pro NRW / Köln, die Rechte oder die NPD in Verbindung gebracht zu werden. Die europäische Verbundenheit mit Vlaams Belang und FPÖ scheint nur noch ein Wunschgedanke im Gedenken an alte Zeiten zu sein. Mit keinem Wort wir auf den Seiten von Vlaams Belang oder der FPÖ vom Akademikerball, geschweige denn von Gesprächen mit einer Pro NRW-Delegation gesprochen. Die Propaganda von PRO NRW erweist sich wieder nur als großmäuliges Luftschloss.

Ihr Ronald Micklich

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