Pro NRW: Die Entsorgung hat begonnen – Melanie Dittmer verlässt Vorstand

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Abgang kurz und bündig
Ein längeres freundschaftliches Gespräch will der Anführer der rechtsextremistischen und vom Verfassungsschutz als verfassungsfeindlich bezeichneten Splitterpartei, der Leverkusener Anwalt Markus Beisicht, mit dem ehemaligen JN (NPD) Mitglied geführt haben. Daraufhin soll Dittmer ihren Rücktritt erklärt haben.

Einvernehmlich soll die Reißleine gezogen worden sein, da aufgrund einiger ihrer Aktivitäten (siehe unten) möglicherweise Irritationen über die politische Ausrichtung von PRO NRW entstanden sind, berichtetet Beisichts Propagandaseite.

Stramme Neonazi-Vergangenheit
Die 36-Jährige hat eine stramme Neonazi-Vergangenheit hinter sich. So saß sie etwa im NRW-Landesvorstand der rechten Nachwuchsorganisation “Junge Nationaldemokraten” (JN). Außerdem wirkte sie redaktionell in den Neonazi-Postillen “Ruhrstürmer” und “Schwarze Fahne” mit. “Gestern war gestern und heute ist heute”, sagt sie jetzt in einem Interview mit SPIEGEL TV. “Ich schäme mich nicht für meine Vergangenheit.”

“Doch dass sie Probleme hat, sich von der braunen Gesinnung zu distanzieren, zeigt ihre Einstellung zum Massenmord an den Juden während der Nazidiktatur. “Für mich ist es völlig unerheblich, ob es den Holocaust gegeben hat. Das ist 70 Jahre her!”, argumentiert Dittmer, “fragen Sie die Franzosen nach Napoleon? Oder Russland nach Stalin?”, berichtet SPIEGEL TV..

Bei Dügida ist es Dittmer untersagt die Versammlungsleitung zu übernehmen, auch hat sie Redeverbot. Welchen Wert hat sie noch für Beisichts Partei? Nun wurde Katja Karakus ins Feuer geschickt, die Folgen für sie sind unabsehbar. Wann ist auch sie am Ende?

Politisch zerstritten
Im Vorstand gibt es Stimmen die schon lange für eine Entsorgung von Dittmer standen. Auch Dominik Roeseler (stellv. Landesvorsitzender) ist wegen seiner Nähe zu den Hooligans im Visier der weniger Extremen im Vorstand. Die Vorstandsbeschlüsse zum Thema Roeseler wurden offensichtlich von Beisicht blockiert. Jetzt heißt es wohl Schaden begrenzen. Aber wieso muss ein freundschaftliches Gespräch geführt werden, wenn ein Parteiausschluss für solche Agitationen beschlossen wurde? Auch hier hat Beisicht die Karre augenscheinlich wieder voll gegen die Wand gefahren.

Kommentar
Noch im Dezember 2014 ließ der Anführer der Rechtsextremen in einem dem ZDF-Heute-Journal gegebenen Interview zum Thema Roeseler verlauten:

„Es ist der Partei sicherlich ein immenser Schaden entstanden. Für ihn sei klar, dass es keine „Zusammenarbeit mit Hooligans und Extremisten” geben werde. “Wer dieser Linie nicht folgen kann oder dieser Linie nicht folgt, der kann kein Funktionär mehr bei uns sein”. Nun scheint der Imperator das Ende der Fahnenstange erkannt zu haben und hat die Reißleine gezogen.

Schon Mitte Januar 2015 hatte Beisicht sein Geschwätz von gestern vergessen. So tönte er am 16.01.2015 auf seiner Propagandaseite:

“Deshalb gilt es auch für nächste Woche umso mehr: DÜGIDA und KÖGIDA unterstützen! Nehmen Sie selber dran teil, laden Sie Freunde und Bekannte ein. Auch schon im Vorfeld über die Facebook-Mobilisierungsseiten der Veranstalter!”

Im Schulterschluss mit „NPD“, Rechtsextremisten aller Couleur und gewaltbereiten Hooligans. Kann man sich auf das Gefasel von Beisicht verlassen?

Nichtsdestotrotz scheint er seine Gebetsmühle neu geölt zu haben: „PRO NRW bleibt die nordrhein-westfälische Grundgesetzpartei. Sie bleibt auch zukünftig nur in einem Punkt radikal, und zwar in der Abwehr jedweder Form des politischen Extremismus.“

Die Bergische-Stimme freut sich schon, in Kürze mit einem weiteren Beispiel diesen Nonsens ad absurdum zu führen.

Ihr Ronald Micklich

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