Pro NRW-Vize Roeseler im Mobilisierungsvideo von „Gemeinsam-Stark Deutschland“, Teile des Vorstandes unzufrieden

Screenshot Facebook-Header Dominik Horst Roeseler am 25.03.2015

Screenshot Facebook-Header Dominik Horst Roeseler am 25.03.2015

Mobilisierung für Hooligan-Demo
Am Samstag, den 02.05.2015 wollen die Hooligans von „Gemeinsam-Stark Deutschland“ in Erfurt eine Demonstration durchführen. Auf ihrer Facebook-Seite findet sich ein Eintrag vom 23.03.2015 18:00 Uhr. Dort wird mit Volldampf mobilisiert:

„Am Samstag sehen wir uns alle in Erfurt. Ladet auch eure Freunde ein und bildet Fahrgemeinschaften“. Die Hooligan-Truppe steht angeblich „Für Heimat, Freiheit, Tradition – gegen Islamisierung, Asylmissbrauch und dieses korrupte System gekaufter Politiker sowie deren Lügenpresse.“

Werbevideo mit Roeseler
Als Kernbotschaft ist ein Video hinterlegt, in dem Zusammenschnitt werdem Aisschnitte von bisherigen Demos der Hooligans gezeigt. Direkt am Anfang legt Dominik Roeseler, Vizechef bei Pro NRW los:

„Das Volk lässt sich nicht länger belügen, das Volk lässt sich nicht länger verarschen, von einer verkommenen und gekauften Politikerkaste. Das Volk hat die Schnauze voll und geht auf die Straße. Wir sagen ganz klar: Wir sind das Volk“, ist die kurze Botschaft des Pressesprechers von „Gemeinsam-Stark Deutschland“.

Im weiteren Verlauf des Videos präsentiert sich der Vize der selbsternannten nordrheinwestfälischen Grundgesetzpartei Pro NRW dann noch als Einpeitscher der HoGeSa-Demo in Köln (wir berichteten).

Gegendemos angekündigt
„Hü und Hott: Rechte Hools bewerben den 2. Mai, lautet die Überschrift bei Platzverweis. Nachdem die rechten Hools ihre Anmeldungen für den 15.3. sowie für den 4.4. zurückgezogen haben, werben sie jetzt für den 2.Mai. Wir sind gespannt wie oft sie dieses Spiel mit der Terminverschiebung noch machen. Für uns steht jedenfalls fest, egal an welchen Tag sie kommen, wir sind da auch da und werden uns ihrer rassistischen Propaganda in den Weg stellen“, ist auf dem linken Blog zu lesen.

Kommentar
Nachdem nun Melanie Dittmer den Vorstand der Bürgerbewegten verlassen hat, wird man sich fragen, ob denn nun ein weiteres „freundschaftliches Gespräch“ mit Roeseler geführt wird, dass zum Parteiausschluss von Roeseler oder zumindest seiner Entfernung aus dem Vorstand führt. Der Vorstandsbeschluss vom 03.11.2014 ist eindeutig:

“Der Gesamtvorstand der Bürgerbewegung PRO NRW hat gestern in Leverkusen in großer Geschlossenheit mehrere wegweisende Beschlüsse gefasst. Einhellig verurteilten die Vorstandsmitglieder jegliche Zusammenarbeit mit gewaltbereiten Hooligans und Neonazis. Explizit lehnt die Bürgerbewegung PRO NRW laut einstimmigen Vorstandsbeschluss auch jede Zusammenarbeit mit den “Hooligans gegen Salafisten”, genannt Hogesa, und möglichen Nachfolgeorganisationen ab.“

„Der Vorstand hat auch einstimmig beschlossen, dass für Abweichler von dieser Linie kein Platz ist in unserer Bürgerbewegung. Diese Beschlüsse werden im Bedarfsfall auch unmittelbar und uneingeschränkt zur Anwendung kommen.“

“Darüber hinaus wertete der Vorstand die eigenmächtige Anmeldung der Kölner Demonstration am 26. Oktober durch den stellvertretenden Vorsitzenden Dominik Roeseler als grob parteischädigend und sprach auf Antrag des stellvertretenden Vorsitzenden Wolfgang Palm als Parteiordnungsmaßnahme eine scharfe Rüge aus. In einem vergleichbaren Wiederholungsfall würde laut gestrigem Vorstandsbeschluss ein unmittelbarer Parteiausschluss erfolgen.“

Wie zu erfahren war, will man jetzt in einer weiteren Vorstandssitzung die Ambitionen von Dominik Roeseler eruieren, um dann eine Entscheidung zur Sache zu treffen. Ob Beisicht seine schützende Hand über Roeseler ausbreitet (was vermutet wird) oder ob sein Vize diesmal die Konsequenzen für seine Agitation tragen muss, ist reine Spekulation. Wer setzt sich durch?

Spitzenfunktionäre in Auflehnung
Wolfgang Palm war augenscheinlich der Erste, der mit seinem Antrag die offene Konfrontation gegen Roeseler eingeleitet hatte und später auch mit der Vorgehensweise und den Ansprachen von Melanie Dittmer nicht einverstanden gewesen sein soll. Wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren war, sollen in einer Opposition gegen Beisicht weitere Spitzenfunktionäre und Mandatsträger zusammengefunden haben, die mit der Personalpolitik des „Alleinherrschers“ nicht einverstanden sein sollen. Kolportiert werden die Namen von Funktionären und Mandatsträgern aus Aachen (u. A. Vorstand), Köln (Vorstand), Wuppertal (u. A. Vorstand) dem Oberbergischen (Vorstand)H und einem wichtigen, aber sehr unzufriedenem Vorstandsmitglied aus dem KV Bonn.

Wie lange sich der egozentrische Patriarch der Splitterpartei Pro NRW, die nicht ohne Grund vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch und verfassungsfeindlich bezeichnet wird, noch an der Spitze der Bürgerbewegten halten kann, ist ungewiss. Seinen Zenit scheint Beisicht aber schon längst überschritten zu haben. Bei der letzten Wahl des Vorstandes soll er nach Insiderangaben eine Menge Gegenstimmen eingefahren haben. Der Widerstand gegen seine völlig verfehlte Personalpolitik scheint sich zu formieren. Sein Wahlergebnis bei den Europawahlen ein Desaster (0,2%), die angekündigten unzähligen Auftritte finden nicht statt, seine Volksinitiative gegen Asylmissbrauch eine Lachnummer, persönliche Auftritte bei von ihm beworbenen Demos gleich null. Nur seine Internetpropaganda funktioniert noch einigermaßen.

Dieses Lied, möglichst von Markus Beisicht auf einem Parteitag intoniert, möchten offenbar so viele Parteimitglieder gerne hören.

Ihr Ronald Micklich

 

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