Pro NRW-Geschäftsführer Detlev Schwarz wegen Körperverletzung verurteilt und weitere interessante Informationen

Archivfoto Mai 2014: Detlev Schwarz von Polizei gestellt

Archivfoto Mai 2014 Demo in Leverkusen: Detlev Schwarz von Polizei gestellt

Urteil
Zu einer Geldstrafe von knapp einem Monatseinkommen (25 Tagessätze, insgesamt 375 Euro) hat das Amtsgericht gestern ein Vorstandsmitglied des Landesverbands der Partei Pro NRW verurteilt. Es sprach den 54-Jährigen der Körperverletzung schuldig, schreibt die Westdeutsche Zeitung. Es war nicht das erste Mal, dass sich der Verurteilte wegen des gleichen Deliktes vor Gericht verantworten musste.

Die Identität des 54 jährigen ist schnell geklärt. Im Vorstand gibt es nur ein männliches Mitglied mit Geburtsjahr 1961, nämlich Detlev Schwarz, Geschäftsführer im Landesvorstand von Pro NRW. In einer Mitteilung auf dem Pro NRW-Facebook-Auftritt war am 11.05.2014 als Zitat zu lesen: Jetzt heulen die in ihrem Forum rum“. Gemeint sein dürften damit die Gegendemonstranten und weiter im Zitat:

„Als PRO NRW mit ihrem Pavillon auftauchten und diesen auf dem Alten Markt aufstellen wollten, hatten die Antifaschist*innen und einige engagierte Passanten vor ihnen keinen Raum zu bieten und wichen nicht von der Stelle. Dies war für die PROs allerdings kein Grund aufzugeben. Die Polizei stand zu diesem Zeitpunkt am Rand und sah tatenlos zu.
Um Platz für ihren Pavillon und ihre Truppe zu erkämpfen wurden drei Mitglieder PRO NRWs, darunter Andre Hüsgen, Detlev Schwarz und Christopher Freiherr von Mengersen, handgreiflich gegenüber einiger Aktivist*innen und schlugen u.a. ins Gesicht.“  Screenshot
Ob dieser Eintrag, der jetzt nicht mehr auf der Seite von Pro NRW existiert, dem Gericht bekannt war, ist unklar.

Geringes Einkommen?
Der geringe Tagessatz sagt einiges über die finanziellen Möglichkeiten von Detlev Schwarz aus. 15 Euro Tagessatz entsprechen in etwa der Summe von Hartz 4 (399€). Detlev Schwarz hatte wegen seines geringen Einkommens in der Vergangenheit wenigstens schon einmal Prozesskostenhilfe beantragt und zugesprochen bekommen. Ob das vom Gericht angegebenen Einkommen verifiziert ist, kann durchaus diskutiert werden. Ob es weitere Einkünfte von Pro NRW als Minijob oder von anderen Mitgliedern gab oder gibt und diese dem Gericht bekannt waren, ist nicht bekannt. Aus vertraulichen Quellen und auch mit Detlev Schwarz selber erörtert, sind andere Summen als Einkommen im Gespräch gewesen. Der Inhalt der Gespräche bezog sich nicht ausschließlich auf den Rücktritt von Schwarz als Stadtverordneter Bonn, sondern befasste sich auch mit internen Details bei Pro NRW. Selbstverständlich gibt es Beweise und Zeugen für die geführten Gespräche.

Rückblick und Vorschau
Nachzuvollziehen ist nun auch der Wutausbruch von Detlev Schwarz über die nicht zustande gekommene Quersubventionierung aus Duisburg, weil Mario Malonn, 2014 noch Pro NRW Funktionär und jetzt Republikaner, nicht zum Tragen kam und die erhofften Erträge ausblieben. Für den Geschäftsführer von Pro NRW, der augenscheinlich gegen den Willen des Imperators Markus Beisicht in einer „Kampfabstimmung“ seine Position retten konnte, wird die Luft offensichtlich immer dünner. Nach Beisichts erneuter Demütigung bei der letzten Vorstandswahl in Leverkusen von Pro Köln, ist die Frage offen, ob er sich auch bei einer möglichen, gezielten Attacke seiner Gegner aus den eigenen Reihen durchsetzen kann.

Greinen wie sinngemäß: „Ihr habt mir mein Pro Köln weggenommen und zerstört“ helfen sicherlich nicht weiter. Die Birne ist geschält, wie der Volksmund sagt. Der Opladener Rechtsanwalt und Anführer der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem und verfassungsfeindlich bezeichneten Splitterpartei wir immer ohnmächtiger. Seine Illusionen darf der Exzentriker noch bei der OB-Wahl dieses Jahr in Leverkusen ausleben, bei dem er chancenlos als mitleidig belächelter Kandidat antritt. Ob er die Landtagswahlen 2017 noch als Vorsitzender der Bürgerbewegten erlebt, ist fraglich. Der Letzte macht die Türe zu.

Ihr Ronald Micklich

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