Leichlingen: Hickhack um Haushalt – Ohrfeige für Bgm. Müller

PleitegeierPresse 07.05.2013
„Im Streit um die anhaltend hohe Verschuldung der Stadt Leichlingen und die Drohung von Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke (CDU), künftig keine Haushaltsbereinigung durch Geldentnahme aus der städtischen Rücklage mehr zuzulassen, hat die Leichlinger Stadtverwaltung ein Großteil der Politiker im Stadtrat gestern hart kritisiert“, schreibt die RP.

Ball zurück gespielt
Horst Wende, Kämmerer der Stadt, schießt nach dem CDU Statement zum Haushaltsbeschluss besonders scharf gegen die Christdemokraten. „Während der Haushaltsplanberatungen ist von der CDU nichts, aber auch wirklich gar nichts an Vorschlägen gekommen“, bemängelt Wende, und weiter: „Statt Beschlüsse zu verabschieden, mit denen man sich vor dem Sparen eigentlich drücke, müssten die Parteien ihr Engagement darauf richten, wie möglichst effektiv bei den Ausgaben gekürzt werden könne.“

In diesem Zusammenhang forderte Wende den Stadtrat auf, den 100 Punkte Sparplan den die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit Eberhard Kanski vom Bund der Steuerzahler NRW erstellt hat, ernst zu nehmen.

Rückblick
Am 17.03.2010 bat ich Bürgermeister Müller folgenden Antrag dem Rat der Stadt vorzulegen:

Antrag auf Absenkung der Zuwendungen an die Fraktionen nach §56 Abs.3 GO

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die Stadt Leichlingen befindet sich in einer katastrophalen finanziellen Schieflage.  Die kommunale Selbstverwaltung ist dank einer verfehlten Kommunalpolitik in Gefahr. Um dieser entgegen zu wirken und um den Leichlinger Bürgern/innen ein deutliches Einsparsignal aus dem Rathaus zu senden, möge der Rat Folgendes beschließen:

„Die Zuwendungen an die Fraktionen (§ 1 Abs.2 Nr. 5 GemHVO, Geldleistungen), werden linear um 30 % abgesenkt“. Der Sockelbetrag wird somit auf 396,57 €, die Pauschale je Fraktionsmitglied auf 28,63 € festgelegt. Damit werden im Haushaltsjahr 2010 und Folgenden je 17.400,00 € eingespart.

Begründung:

Die Abgaben der Bürger werden laufend erhöht. Es ist notwendig, aus Gründen der politischen Hygiene, ein öffentlich wirksames Einsparsignal auszusenden. Ein solches Signal wäre eine deutliche Reduzierung der Zahlungen an die Fraktionen.

Dass es möglich ist mit deutlich weniger finanziellen Mittel auszukommen, wird derzeit von zwei Einzelmandatsträgern des Rates vorexerziert. Dem Ratsmitglied Ronald Micklich werden 32,00 € monatlich zugestanden. Wie vermutet liegt diese Summe weit unter dem benötigten Bedarf.

Bei der Abstimmung über die Höhe der Zuwendung bestand bestes Einvernehmen der Fraktionen darüber, dass diese Summe völlig ausreichend für die Geschäftsführung eines Einzelmandatsträgers sei.

Anzumerken sei, dass die Fraktionen mit nur zwei Mitgliedern fast den 20-fachen Betrag für sich in Anspruch nehmen, und ausbezahlt bekommen!

Antwort des Bürgermeisters (inhaltlich)

Antrag auf Absenkung der Zuwendungen an die Fraktionen nach $ 56 Abs.3 GO Ihr Schreiben vom 17.03.2010

Sehr geehrter Herr Micklich,

Ihnen ist bekannt, dass die Zuwendungen an die Fraktionen des Rates auf der Grundlage des §56 Abs. 3 GO zur Finanzierung des notwendigen Aufwands, der ihnen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben entsteht, aus Haushaltsmitteln zur Verfügung gestellt werden.
Dies regelt lediglich einen Anspruch bezüglich des ,,ob“ der Zuwendungen. Es ist rechtlich anerkannt, dass damit kein Anspruch auf eine Vollkostenerstattung eröffnet werden soll; die Bestimmung der Zuwendungshöhe liegt im freien Ermessen des Rates.

Bei der Festsetzung der Mittel hat der Rat – neben dem haushaltsrechtlichen Grundsatz der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit – die allgemeinen Ermessensgrundsätze zu beachten. Zur fehlerfreien Ausübung des Ermessens ist der Bedarf zu ermitteln und die Aufwendungen der Geschäftsführung der Art nach festzulegen, die die Gebietskörperschaft ganz oder teilweise übernehmen soll (siehe auch DS 10-4012009).

Sie können davon ausgehen, dass die Bemessungsgrundsätze auf der Grundlage langjähriger Erfahrungen und Analyse des Bedarfs in der Vergangenheit ermittelt wurden. Durch Vorlage der Verwendungsnachweise wird die gesetzmäßige Verwendung der Haushaltsmittel belegt und auch überprüft. Ich kann Ihnen bestätigen, dass die Fraktionen dringend auf die Zuwendungen in der festgelegten Höhe zur Erfüllung ihrer Aufgaben angewiesen sind. Die konkrete Festlegung der kommunalen Finanzzuwendungen wird in der Praxis von vielen Kommunen für die laufende Wahlperiode festgelegt bzw. ,,angepasst“. Die Stadt Leichlingen hat dies so nicht praktiziert und befindet sich seit 2000 mit ihren Zuwendungen auf unverändertem Stand.

Da es sich hier nicht um einen Fraktionsantrag handelt, ist keine Grundlage für die Einbringung zur nächsten Ratssitzung gegeben.

Kommentar
Wie sich die Meinung in 3 Jahren so ändert! Wollte Bürgermeister Müller im März 2010 nichts von dem vorgeschlagenem Einsparungspotential wissen, hat ihn Eberhard Kanski vom Bund der Steuerzahler NRW, offensichtlich eines Besseren belehrt. Für mich schön, dass mein Antrag nach 3 Jahren in fast identischer Form nun doch noch dem Rat vorgestellt wurde (Vorlage 20-7/2013 Lfd. Nr. 10). Selbst meine Argumentation den „Leichlinger Bürgern ein Signal zu senden“, findet sich in der Argumentation für den Sparvorschlag wieder.

Leider hat Bürgermeister Ernst Müller und sein Kämmerer Horst Wende wieder mit Zitronen gehandelt. Der überwiegenden Mehrheit der Ratsmitglieder war die Sicherung des eigenen sozialen Status wichtiger, als die Möglichkeit hier ein Zeichen zu setzen und den Gürtel selber etwas enger zu schnallen. Für die „größte Fraktion“ im Rat, was Fraktionsvorsitzender Gonska von der SPD gerne betont, hätte ein monatlicher Beitrag der 12 Mitglieder in Höhe von 6,76 € je Kopf ausgereicht um das entstehende Delta (2013 alt zu 2014 neu) aus dem Verwaltungsvorschlag „Kürzung der Fraktionszuschüsse“ (Sockelbetrag) auszugleichen. Aber das geht augenscheinlich gar nicht!

Ihr Ronald Micklich

CDU Leichlingen: Fraktionsvorsitzender Rondé tritt zurück

CDU Wir haben die Kraft

Wär es nur so! Klingt zynisch, nicht wahr?

Nichts Neues
Das neue Jahr beginnt für die Leichlinger CDU so, wie das alte aufgehört hat – mit einem Rücktritt: „Hiermit möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich mein Amt als Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Leichlingen mit Wirkung zum 31. Januar aufgeben werde“, schrieb Dominique Rondé gestern Mittag nach dem Neujahrsempfang der Leichlinger Christdemokraten im Bürgerhaus Am Hammer, in einer Pressemitteilung. Lesen Sie hier den Bericht der RP-Online.

Kommentar
Die Personalspirale dreht sich weiter. Heute soll ein Nachfolger von Dominique Rondé gewählt werden. Man darf gespannt sein wer diesmal den Versuch wagt, den Rest der völlig desolaten CDU-Fraktion in ruhigeres Fahrwasser zu manövrieren. Morgen wissen wir mehr.

Ihr Ronald Micklich

Leichlingen: CDU Vorsitzende tritt 2013 zurück – Beinlich, Beinlich –

CDU Wir haben die Kraft

Wär es nur so! Klingt zynisch, nicht wahr?

Rücktritt erklärt
Die Leichlinger CDU-Vorsitzende Daniela Bein stellt sich bei der nächsten Jahreshauptversammlung Anfang 2013 nicht mehr für den Parteivorsitz zur Verfügung. Das hat sie am Montagabend bei der Sitzung des Stadtverbandes verkündet.

Frau Beins Gründe
[…] „Wie Sie alle wissen, liegt hinter der CDU Leichlingen ein turbulentes Jahr, welches vor allem durch intrigante Interventionen unserer Fraktion gezeichnet ist, die nun unweigerlich dazu führen, dass die Fraktion der CDU Leichlingen auseinanderfällt“ und weiter, „Die CDU Leichlingen wird mehr und mehr zur Witzfigur. Die hiesige CDU kann meiner Meinung nach nur an Respekt zurückgewinnen, indem sie ein komplett neues Team präsentiert.“[…] zitiert RP-Online die Leichlinger CDU Chefin.

Kommentar
Frau Bein sollte sich einmal mit Karl Reul austauschen und seinen Rat beherzigen. Einen CDU Politiker mit mehr Erfahrung hat Leichlingen nicht vorzuweisen. Die Querelen und letztendlich die Spaltung der CDU ist von allen CDU-Politikern zu verantworten. Dazu kommt die Unfähigkeit der Vorsitzenden in kontroversen Fragen daraufhin zu wirken, dass auch unattraktive Mehrheitsentscheidungen von Allen mitgetragen werden. In der derzeitigen Konstellation mag es momentan als unmöglich erscheinen, eine sinnvolle Fraktionsarbeit zu leisten. Einzelkämpfer mit Profilneurose haben nur als Einzelmandatsträger eine Chance, und dies nur bis 2014. Hier ist der Fraktionschef gefragt. Gehandelt wird wie in der Bundesliga, steht man auf Dauer auf dem Abstiegsplatz, wird der Präsident und / oder der Trainer ausgewechselt. Die Mannschaft bleibt meist unversehrt. Der Präsident hat seinen Rücktritt erklärt. Es bleibt spannend.

Ihr Ronald Micklich