Pro NRW: „Bäumchen wechsel dich“ im Vorstand

Pro NRW StatusPro Vorstand verändert
In der Übersicht der Vorstandsmitglieder von Pro NRW haben sich mit Stand vom 21.08.2013 einige Änderungen ergeben. Nachzulesen auf der Internet-Seite des Bundeswahlleiters.

Dauervorsitzender
Rückblick: Vor nicht einmal 6 Monaten verkündete Pro NRW im gewohnt pompösen Propagandaton:

 „PRO-NRW-Parteitag bestätigt Kurs und Führungsspitze …“

Der wohl „mutigste Politiker Deutschlands“, wie er gerne von seinen Anhängern genannt wird, steht in der Berichterstattung natürlich an erster Stelle, wo auch sonst? „Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Markus Beisicht, wurde ohne Gegenkandidat und mit überwältigender Mehrheit in seinem Amt bestätigt“ ist zu lesen. Da weiß dann jeder, dass es keinen Anderen neben dem Vierfachvorsitzenden gibt /geben kann. Alles bleibt also beim Alten.

Kurzer Auftritt
Anders verhält es sich da mit dem ex. NPD´ler Andre Hüsgen, der erst am 09.03.2013 zum Pro NRW Landesgeschäftsführer gewählt und in der Pro-Berichterstattung mit wenigstens einem Satz bedacht wurde:

„Ebenfalls neu ins Amt des Geschäftsführers wurde Andre Hüsgen gewählt“

Seinen Namen sucht man vergeblich in der neuen Übersicht der Vorstandsmitglieder. Nach nur 6 Monaten Verweildauer, ist nun auch der letzte ex. NPD´ler aus dem Vorstand ausgeschieden. Hüsgen hat offensichtlich nur noch bescheidene Funktionen im Bergischen Land.

Neue Vorstandsmitglieder
Als neuer Geschäftsführer des Landesvorstandes wird Detlev Schwarz, Kreisvorsitzender in Bonn, geführt. Bis dato war er Beisitzer.

Nicht im neuen offiziellen Verzeichnis des Bundeswahlleiters, aber auf der Internetseite von Pro NRW, werden die stellvertretende Kreisvorsitzende Aachen, Gabriele Mathieu (Beisitzerin) und Dr. Christoph Heger (Kooptiertes Mitglied, Bezirksvorsitzender Bergisches Land) als weitere neue Mitglieder des Vorstandes vorgestellt.

Kommentar
Die Besetzung des Star-Vorstandes mit Beisicht, Wolter, Wiener und Hauer, alles Pro NRW Gründungsmitglieder von 2007 in Dormagen-/Nievenheim, ist wie in Stein gemeißelt. Hier wird es voraussichtlich niemals Veränderungen geben. Alle anderen Vorstandsmitglieder sind offensichtlich optional und können nach Belieben ausgetauscht werden, was die hohe Fluktuation belegt.

Mit Andre Hüsgen ist nun auch das letzte ehemalige NPD-Mitglied aus dem erlauchten Vorstandskreis ausgeschieden. Somit sind bis auf Tony Xaver Fiedler (ehemaliges DVU-Mitglied) keine Mitglieder aus den rechtsradikalen Parteien NPD und DVU mehr im Vorstand vertreten. Einzig die ex. Werbeikone der NPD, Claudia Gehrhardt, ist noch als Beisitzerin verzeichnet.

Warum Hüsgen das Feld geräumt hat / räumen musste, ist unklar. Es macht sicherlich keinen „schlanken Fuß“ ein ehem. NPD Mitglied im Vorstand zu haben. Möglicherweise soll hier der Eindruck auf eine saubere Mannschaft und die immer wieder gebetsmühlenartige vorgetragene Dauerfloskel „Wir sind die Grundgesetzpartei“ untermauert werden. Ob dies allerdings den Verfassungsschutz beeindruckt, ist zweifelhaft.

Ihr Ronald Micklich

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Leverkusen – Opladen: Rote Karte für rechte Rattenfänger – Protestmarsch am Samstag 15.06.2013

Logo Demo dbb OpladenPressespiegel
Pressemeldung des LSVD: Der LSVD Nordrhein-Westfalen unterstützt das klare und deutliche Nein zur Teilnahme der rechten Partei Pro Köln am Kölner CSD, das auf der Mitgliederversammlung des KLuST (Kölner Lesben- und Schwulentages e.V) beschlossen wurde.

RP (Zeitung): Vor dem Büro der rechtspopulistischen Pro NRW/Pro Köln im Gebäude Bahnhofstraße/Humboldtstraße soll morgen die Kundgebung der Demonstration „Flagge zeigen gegen Rassismus, Ausgrenzung und die Provokation Pro Köln´s“ laufen. Mehrere Vertreter der CDU-Landtagsfraktion NRW und Vertreter der örtlichen Parteien sind als Teilnehmer angekündigt, sagte gestern eine Sprecher des Deutschen Beamtenbundes (dbb) Köln, der die Demonstration angemeldet hat.

Pressemeldung des dbb: Der dbb Köln hat alle Bürger/innen, Gewerkschaften, Unternehmer/innen und Mitglieder aufgerufen, am 15. Juni 2013 ab 12:30 Uhr in Leverkusen-Opladen deutlich Flagge gegen Rassismus, Ausgrenzung und die deutliche Provokation Pro Köln`s – gegenüber den Veranstaltern des Kölner CSD – KLuST e.V. – zu zeigen.

Ab 12:30 Uhr wird der friedliche Protestmarsch vom Bahnhof in Leverkusen-Opladen aus, durch die farbenfroh dekorierte Innenstadt in Richtung Pro-Köln (Anm. d. Redaktion Pro NRW Fraktionsräume) Parteizentrale auf der Humboldstraße ziehen, wo gegen 13:15 Uhr die Abschlussveranstaltung mit zahlreichen Unterstützern stattfinden wird. Das Ende ist für 15:00 Uhr vorgesehen.

Die Demonstration wird durch zahlreiche demokratisch denkende Parteien, Vereine, Gewerkschaften, Bürger/innen sowie der Aktionsgemeinschaft „Wir sind Opladen“ unterstützt. Frau Elfi Scho-Antwerpes (Bürgermeisterin der Stadt Köln), begrüßt dieses deutliche Zeichen gegen das erneut rechtspopulistische Agieren Pro Köln`s und übersendet allen Teilnehmern/innen einen herzlichen Dank für die Unterstützung und Solidarität. Als Zeichen einer weltoffenen Bezirksregion Köln, zeigen auch die Unternehmer/innen bzw. Einzelhändler Solidarität, in dem sie in der Innenstadt verdeutlichen werden, dass braun keine Farbe des Regenbogens ist.

Zur Abschlusskundgebung werden neben Benedikt Vennemann (FDP) und Dirk Trapphagen (Grüne), auch Vertreter/innen des LSVD e.V., des KLuST e.V., verschiedener Gewerkschaften und einem Vertreter der muslimischen Gemeinde Flagge bekennen und die Provokation Pro Köln`s deutlich abmahnen. Auch die schwul/lesbische Community in der Bezirksregion wird u.a. durch bekannte Künstler vertreten sein.

Start des Protestes ist um 12.30 Uhr am Bahnhof Opladen. Danach soll es einen 45-minütigen Demonstrationszug durch Opladen-Mitte geben, der in der Bahnhofstraße endet. Ein Vertreter von Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn soll ein Grußwort der Stadt lesen. Anlass für die Demonstration ist laut dbb NRW die Anmeldung von Pro Köln zum CSD in Köln. Dies wird als Provokation verstanden. Der CSD ist als Demonstrationszug angemeldet, trotzdem schlossen die Veranstalter die Pro Köln-Gruppe, die mit einem eigenen Wagen mitfahren wollen, von der Teilnahme aus. Nach eigener Ankündigung will die rechtspopulistische Gruppe gegen den Ausschluss juristisch vorgehen und ihre Teilnahme doch noch erzwingen.

Kommentar
So, so, Nachhilfeunterricht will der Vierfachvorsitzende den biederen und verirrten Beamten mit seinen „führenden Pro NRW Funktionären“ erteilen. Ob zu den Nachhilfelehrern auch der biedere und verirrte Beamte aus dem Landesvorstand gehört, ist unbekannt. Weitere (ehem.) Beamte aus Beisicht´s  Protestler-Riege sind durchaus denkbar. Aber, wer will schon an diesem Unterricht teilnehmen? Beisicht sucht den Dialog mit Gegendemonstranten!? Da liegt er wohl falsch. Die Demonstration (Demonstranten) wird vom dbb durchgeführt, Beisicht´s Truppe sucht also höchstens als Gegendemonstranten den Dialog. Ob dieser Dialog zustande kommt, dürfte mehr als unwahrscheinlich sein.

Der Opladener Rechtsanwalt Markus Beisicht scheint die Wertschätzung der Demonstranten nicht zu erkennen. Anwaltskanzlei, Fraktionsbüro und Wohnort befinden sich nun einmal in Opladen, die Demonstranten demonstrieren deswegen bei dem Vorsitzenden von Pro Köln und Pro NRW vor Ort.

Scheinbar hat Markus Beisicht übersehen, dass die Opladener und Leverkusener Bürger schon öfter in den „Genuss“ der Reden von Pro Köln Funktionären kamen. So z. B. in 2009 bei einer Wahlkampf-Propagandatour. Einen großen Teil der Demonstranten stellten hierbei die Pro Köln Mitglieder. Hauptredner bei dieser Veranstaltung waren außer Markus Beisicht fast ausschließlich Pro Köln Mitglieder wie Markus Wiener, Jörg Uckermann, Manfred Rouhs, etc. Soviel zu den Aktivitäten von Pro Köln in Opladen.

Ihr Ronald Micklich

Pro NRW: Was ist eigentlich aus der KPV PRO geworden?

KPV PROGründung
Am 14.06.2011 wurde die kommunalpolitische Vereinigung der Pro-Bewegung (KPV PRO) im Leverkusener Forum gegründet. Es wird von 30-40 Teilnehmern der Gründungsveranstaltung berichtet. (Unser Artikel).

Akteure
Jörg Uckermann, stellvertretender Vorsitzender von „pro NRW“, stellvertretender Vorsitzender der „pro Köln“-Ratsfraktion und Beisitzer im „pro Köln“-Vorstand fungiert als Präsident der KPV PRO. Als Stellvertreter wurde der Gelsenkirchener „pro NRW“-Fraktionsvorsitzende Kevin Gareth Hauer gewählt.

Außerdem gehörten das Kölner Ratsmitglied Bernd M. Schöppe als Schriftführer sowie Markus Hintz, Norbert Back, Tobias Ronsdorf, Stephan Hövels, Susanne Kutzner und Ulrich Manes als Beisitzer dem Vorstand an. Der ex. NPD´ler André Hüsgen vervollständigt  als Mehrfach-Geschäftsführer die Runde.

Als Beiratsvorsitzender der KPV PRO wurde der Mitarbeiter der „pro Köln“-Ratsfraktion Gereon Breuer gewählt. Aufgepeppt wurde der Beirat im August 2011 durch Dr. Christoph Heger, Dr. Otto Ernst, Dr. Manfred Linn und der Regierungsrätin a.D. Gabriele Mathieu.

Ziele der KPV PRO
Bereitstellen einer Plattform für freiheitlich-konservativ denkenden Kommunalpolitiker in ganz Deutschland, die als Kompetenzzentrum für Organisation und bürgernahe Kommunalpolitik dient. Schulung und Ausbildung kommunalpolitischer Nachwuchskräfte auch für Kommunalpolitiker aus Wählervereinigungen die nicht zur PRO-BEWEGUNG gehören.

So tönte die KPV PRO in ihrem letzten Beitrag am 17.01.2012! (Vorstand beschließen Seminar- und Bildungsprogramm):

Der Beirat und der Vorstand … der KPV PRO haben Ende vergangener Woche ein umfangreiches Seminar- und Bildungsprogramm beschlossen. Kernbestandteil des Programms ist die Schulung der freiheitlichen Mandatsträger in den Bereichen Rhetorik, Anforderungen des Mandats und Öffentlichkeitsarbeit. Damit ist das Seminarprogramm auch für die Mitglieder der PRO-Bewegung besonders geeignet, die für die Kommunalwahl 2014 ein kommunales Mandat anstreben.

Kommentar
Viel war bisher nicht zu hören, von der mit großem Getöse propagierten KPV PRO. Spötter nennen sie auch die „kommunalpolitischen Versager“. Ganze 17 Beiträge finden sich seit Juni 2011 auf der Internetseite, dessen Betreiber der kürzlich zu einer Bewährungsstrafe verurteilte Bruder des KPV Präsidenten Jörg Uckermann ist, wieder. 10 Beiträge wurden im August 2011 eingestellt, 7 Beiträge stellen den Rest. Seit einem Jahr ist nichts mehr zu vernehmen.

Der „wissenschaftliche Beirat“ aus Doktoren und Regierungsrätin bröckelt. Gereon Breuer ist aus der Partei ausgetreten, die Position von Dr. Linn ist unklar (wir berichteten).

Ebenso erodiert der Vorstand. Die Beisitzer Norbert Back und Tobias Ronsdorf haben Pro NRW verlassen. Bernd Schöppe scheint politisch recht inaktiv. Ob er auch nur eine Minute seiner Zeit in der KPV vergeudet ist nicht anzunehmen.

Hätten die Strategen von Pro NRW/Köln auch nur einen Mandatsträger einer anderen Partei für sich gewinnen können, würden es die Pro-Trompeten aus Köln sicher lautstark verkündet haben. Gehört hat man nichts. So ist auch hier wieder viel ProPaganda gemacht worden um Aufmerksamkeit zu erhaschen und sich gegenüber den unbedarften Mitgliedern als tolle Partei darzustellen, die ihren Mitgliedern z. B. politische und rhetorische Schulungen durch „Wissenschaftler“ ermöglicht. Die öfter recht einfältige politische Arbeit der Mandatsträger spiegelt dies leider nicht wieder.

Essenz „KPV PRO“: nur eine weitere nutzlose Internetleiche. Warum wird sie nicht beerdigt?

Ihr Ronald Micklich