Zwist bei NRW-REP wegen Manieras Demo-Aufruf zur Erdogan-Gegendemo

Screenshot FB-Mario Mallon

Screenshot FB-Mario Malonn

André Maniera ruft zur Teilnahme auf
André Maniera, Vorsitzender des NRW-Landesverband der REP  hatte im Vorfeld der Kölner-Erdogan-Demo seine Kameraden zur Unterstützung der unter der Überschrift „ErdoWahn stoppen – Für Demokratie und Menschenrechte in der Türkei“ eines Zusammenschlusses der Jugendorganisationen von SPD, Grünen, Linken und FDP aufgerufen. Dies war schon sehr verwunderlich – mit dem verhassten politischen Gegner gemeinsame Sache machen?

Auszug Pressemitteilung:
„Der Landesverband der Republikaner in NRW mobilisiert seine Mitglieder und Anhänger, um die Gegenkundgebung zu unterstützen. Unter dem Motto “ Erdowahn stoppen – Demo für Demokratie und Menschenrechte in Türkei“ treffen sich am Sonntag verschiedene Parteien auf dem Heumarkt. Beginn ist 14.00 Uhr und bereits jetzt liegen dem Landesverband zahlreiche Teilnehmerzusagen vor.“ Quelle

Mario Malonn außer sich
Mario Malonn, Kreisvorsitzender der REP in Duisburg hat da eine konträr abweichende Meinung zu der Mobilisierung von Maniera. So ist auf seiner FB-Seite zu lesen:

Auszug:
„Ich habe weder eine Erklärung noch Verständnis dafür, dass Mitglieder und Anhänger der Republikaner zur Teilnahme an einer Kundgebung aufgerufen werden, auf der sich erfahrungsgemäß gewaltbereite Linke tummeln, wodurch die Unversehrtheit unserer Mitglieder und Sympathisanten gefährdet wird. Die Unterstützung oder der Schulterschluss mit den Altparteien, wozu auch die o. g. Jugendorganisationen zählen, entspricht ohnehin weder unserem politischen Selbstverständnis noch meinem Wählerauftrag.“

„Bitte geht davon aus, dass dieser törichte Aufruf eine offensichtlich linke Kundgebung zu besuchen, die Entgleisung eines einzelnen Funktionärs ist und nicht wieder vorkommt.“ Quelle

Kommentar
Während sich Markus Beisicht bei den absoluten Rechtsextremisten von NPD und der Rechten einschleimt, läuft offenbar parallel eine gewünschte Annäherung zu den eher „Linksorientierten“ durch den Landeschef der REP. Eine Abfuhr hat Maniera da schon im Vorfeld erhalten. Hier die Stellungnahme des Veranstalters:

„„Wir, die Jugendverbände distanzieren uns klar von jeglicher gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Eine Teilnahme der Republikaner an unserer Demonstration werden wir als Veranstalter nicht dulden, Personen aus dem Kreis der Republikaner werden wir durch die Polizei ausschließen lassen. Wir stehen für Weltoffenheit und Toleranz und damit konträr zur rechtspopulistischen Ideologie dieser Partei.““ Quelle

Ihr Ronald Micklich

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Köln: Huldigungsdemo für Erdogan – Widerstand aller Parteien formiert sich

Türkei_EUGroßdemonstration für Erdogan angemeldet
Angemeldet ist die Großdemonstration der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), die am Sonntag, den 31. Juli, auf der Deutzer Werft in Köln von 10 Uhr bis 22 Uhr unter dem Motto „Militärputsch in der Türkei“ ihre Unterstützung für den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zeigen wollen. Erwartet werden bis zu 15.000 Demonstranten.

Zeitgleich werden vier weitere Kundgebungen – aller Voraussicht im Linksrheinischen – stattfinden. Es demonstrieren:

Das Bündnis „ErdoWahn stoppen – Für Demokratie und Menschenrechte in der Türkei“ rechnet mit 1500 Teilnehmern in der Zeit von 10 bis 18 Uhr. Es ist ein Zusammenschluss der Jugendorganisationen von SPD, Grünen, Linken und FDP.

Das Bündnis „Köln gegen Rechts“ unter dem Motto „Gegen Nationalismus und Rassismus in der BRD unSPDd in der Türkei“ erwartet in der Zeit von 12 bis 22 Uhr rund 500 Teilnehmern. Anlass ist vor allem die Demo der rechtsextremen Organisation „Pro NRW“ mit 350 Teilnehmern zwischen 11.30 und 19 Uhr.

Die „Internationale Krefelder“ will mit 20 Teilnehmern von 11 bis 19 Uhr vor Ort sein.

Vor dem Hintergrund einer aufgeheizten Stimmung bereitet sich die Polizei auf einen Großeinsatz am Sonntag vor. Auch rechtsextreme Gruppierungen – sowohl auf der Pro-Erdogan-Seite wie auch aus dem rechten deutschen Spektrum – wollen demonstrieren. Hier wären zu benennen die rechtsextremistische und verfassungsfeindliche Minitruppe des Anführers Markus Beisicht von Pro NRW mit Ester Seitz; Michael Mannheimer alias Karl-Michael Merkle und die Identitäre Aktion mit Melanie Dittmer.

Fragen wie: Warum dürfen türkische Unterstützer in Köln demonstrieren? Warum lässt die Stadt diese Demonstration nach den Hogesa-Erfahrungen in Köln zu? Kann die Erdogan-Demo in Köln auch verboten werden? Was tut die Polizei, um einen friedlichen Ablauf zu garantieren? und wie ist die öffentliche Meinung hinsichtlich der Erdogan-Demo in Köln?, werden ausführlich in der Kölnischen Rundschau erläutert.

Kölner rufen zur Gegendemo auf
Die türkische Regierungspartei AKP und ihre Anhänger werden aufgefordert, sich zu Demokratie und Menschenrechten zu bekennen und die „Säuberung“ des Staatsapparates zu stoppen. „Nicht jede kritische Stimme hat zwangsläufig etwas mit dem Putsch zu tun.“ Die etablierten Parteien (SPD, Grünen, Linken und FDP) sind sich einig und rufen unter der Überschrift „für Demokratie und Menschenrechte in der Türkei“ zu Gegenkundgebungen auf.

Auch Politiker von CDU und CSU haben die für Sonntag geplante Demonstration Tausender Erdogan-Anhänger in Köln kritisiert. „Türkische Innenpolitik hat auf deutschem Boden nichts zu suchen“, sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer am Dienstag dem Spiegel. „Wer sich in der türkischen Innenpolitik engagieren will, kann gerne unser Land verlassen und zurück in die Türkei gehen.“ Quelle

Gegenkundgebungen von Kurden oder türkischen Erdogan-Gegnern sind bisher nicht angekündigt.

Kommentar
Wie schon erwähnt, sind sich die Politiker aller Couleur in der Frage Erdogan-Demo einig. Türkische Demonstrationen bezüglich innenpolitischer türkischer Ereignisse haben auf Kölner-Straßen ebenso wie die Hetze einiger rechtsextremistischen Kleingruppierungen nichts zu suchen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Demonstrationen friedlich verlaufen. Leider ist aber zu befürchten, dass die altbekannten Brandstifter diese Gelegenheit ausnutzen werden um wieder zu provozieren, wie üblich halt …

Ihr Ronald Micklich

Eine Analyse – AfD der „Rechtsradikalen“-Killer? Welche Chancen haben NPD, Pro NRW und Co bei den LTW 2017 in NRW?

AnalyseLandtagswahl 2016 Fakten
Die AfD ist der große Gewinner. Drei Landesregierungen sind abgewählt. Sachsen-Anhalt ist so gut wie unregierbar. In Baden-Württemberg hat Winfried Kretschmann gewonnen. In Rheinland-Pfalz ist der Sieger die SPD, die in den anderen beiden Bundesländern ihren Status als Volkspartei verloren hat.

Aus dem Stand erreichte die AfD (Alternative für Deutschland) in allen drei Bundesländern 2 stellige Ergebnisse. In Sachsen-Anhalt 24,2% in Baden-Württemberg 15,1% und in Rheinland-Pfalz 12,6% der Wählerstimmen.

Auswirkungen
Hinterfragt wird, welche Auswirkungen das politische Erdbeben des Wahlerfolges der AfD auf die unter 5% liegenden Konkurrenten aus den rechtsextremistischen oder rechtspopulistischen Parteien hat. Bedienen Sie sich bitte der Graphik.

Es bleibt festzuhalten, dass alle extremen Parteien mehr als die Hälfte ihrer Wählerschaft verloren haben und ihre Stimmenanteile bei max. 0,5% liegen. Die neuen Kandidaten „III Weg“ und „Die Rechte“ spielen faktisch keine Rolle. Einzig die NPD, und hier auch nur in Sachsen Anhalt, konnte sich trotz immenser Stimmenverluste mit 1,89% Stimmenanteil noch in die Parteienfinanzierung retten. Bei den Republikanern in Baden-Württemberg gehen die Lampen aus.

Ausblick
Interessant werden sicher die Landtagswahlen am 04.09.2016 in Mecklenburg-Vorpommern. Dort werden für die NPD von INSA momentan 4% prognostiziert.

Auch die Wahlen in Nordrhein-Westfalen am 14.05.2017 dürften spannend werden. Wird die AfD auch hier 2 stellige Wahlergebnisse einfahren können? Sicher dürfte nur sein, dass die rechtsextremistische NPD und die Restetruppe von Pro NRW auch hier herbe Verluste hinnehmen werden müssen, setzt sich der derzeitige Trend fort.

Ergebnisse Landtagswahl 13.05.2012: NPD 40.007 Stimmen, 0,5%, Pro NRW 118.326 Stimmen, 1,5%. Schon bei der Europawahl am 25.05.2014 schmierte Pro NRW erbärmlich ab und lag fast Stimmengleich mit der NPD bei nur noch 0,6% der Wählerstimmen. Die AfD errang hier aus dem Stand 5,4% und wird wahrscheinlich für das miese Ergebnis von Pro NRW mitverantwortlich zeichnen. So dürften ab 2017 die fetten Jahre für Beisicht und Co. Geschichte sein. Die so oft bemühte „historische Chance“ des selbsternannten „honorigen“ Advokaten wird sich wohl auch hier einmal mehr als „laues Lüftchen“ erweisen.

Ihr Ronald Micklich

Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Baden Württemberg und Rheinland-Pfalz

Bildschirmfoto_Tagesschau

Bildschirmfoto Tagesschau

Ergebnis und Analyse einmal anders
Sicherlich hat jeder politisch Interessierte den heutigen Wahltag mit Spannung verfolgt und viele haben auf einen Bericht der Bergischen Stimme gewartet. Schon ab 16:00 Uhr wurde man quasi mit Informationen überschüttet. Im Internet und morgen in den Papiermedien, sowie im Fernsehen, wurde fast alles über die Wahl gesagt, aber eben nur fast. Sobald die exakten Wahlergebnisse vorliegen, werden wir diese einmal aus einem anderen Blickwinkel präsentieren. Weitere und aktuelle Ergebnisse.

Ihr B.S. Team

Oberbürgermeisterwahlen in Essen, Wuppertal und Leverkusen aus Pro NRW-Sicht betrachtet

Screenshot Wuppertal.de (Bitte ins Bild klicken)

Screenshot Wuppertal.de (Bitte ins Bild klicken)

Zahlen Daten Fakten
Essen: Bewerber – Tony Xaver Fiedler (Pro NRW), Ergebnis 3,8%. Wahlsieger ist Thomas Markus Kufen (CDU) mit 42,5%. Stichwahl gegen Reinhard Paß (SPD) mit 33,4% notwendig. Weitere Ergebnisse: Grüne 7,5%, FDP 4,4%, Die Linke 3,8%, DKP 0,5%, Die Partei 2,2%, Einzelbewerberin Körber-Giovannelli, Anja Ingeborg Rosemarie 0,7% und die Tierschutzpartei 1,2%.

Wuppertal: Bewerber – Markus Stranzenbach (Pro NRW/Pro Deutschland), Ergebnis 2,94%. Wahlsieger ist Peter Jung (CDU) mit 37,51%. Stichwahl gegen Andreas Mucke (SPD) mit 35,58% notwendig. Weitere Ergebnisse: Grüne 12,4%, Linke 6,66%, WfW 2,66% und die Partei 2,25%

Leverkusen: Bewerber Markus Beisicht (Pro NRW), Ergebnis 6,5%. Wahlsieger und neuer Oberbürgermeister in Leverkusen ist Uwe Richrath (SPD) mit 51,2% (absolute Mehrheit). Weitere Ergebnisse: CDU 29,8% und die Bürgerliste mit 12,6%.

Einen Kommentar bekommen Sie, nach der zu erwartenden Jubelpersermeldung von Beisicht und Co. auf deren Propagandaseite, nachgeliefert.

Ihr Ronald Micklich

Pro NRW-Anführer Markus Beisicht blamiert: Duisburger Ratsherr stimmt für Notunterkunft in Duisburg – Neumühl, Beisicht erhält Hausverbot für Duisburger Fraktions- Räumlichkeiten

Screenshot: Agam-Saal, Auszug aus dem Titelbild zum Mannheimer Artikel

Screenshot: Agam-Saal, Auszug aus dem Titelbild zum Mannheimer Artikel

Markus Beisicht vorgeführt
Der Duisburger Pro NRW-Ratsherr Egon Rohmann hat Pro-Chef Markus Beisicht schwer düpiert. In einer Abstimmung stimmte Rohmann entgegen seiner Fraktion und Pro NRW Doktrin für das Landesasyl im Stadtteil Neumuehl. Auszug aus der Ratsniederschrift (Seite 135):

„Beschluss – Die Stadt Duisburg unterstützt die Bezirksregierung Arnsberg bei der Herrichtung und den Betrieb einer Landesaufnahmeeinrichtung in Form einer temporären Notunterkunft im ehemaligen St. Barbara-Hospital in Duisburg-Neumühl mit einer Platzzahl von ca. 300 Unterbringungen in der vollen Ausbaustufe.“

Beratungsergebnis
Dafür: die Mehrheit (SPD, CDU, Grüne, Die Linke., AfD – teilweise -, PSL, JuDu/DAL, Ratsherr Rohmann – ProNRW -, FDP, OB Link)
Dagegen: die Minderheit (ProNRW – teilweise -, Ratsherr Lücht – AfD -, NPD)

Hausverbot für Beisicht, Fiedler und Schwarz
Mit einem am 04. Dezember versandten  Einschreiben mit Rückschein, erteilt die Pro NRW- Ratsfraktion der Stadt Duisburg ein Hausverbot für Markus Beisicht (Pro NRW-Vorsitzender), Detlev Schwarz (noch Geschäftsführer) und Tony Xaver Fiedler (neuer gehandelter Generalsekretär in Lauerstellung)  für die Räumlichkeiten der Fraktion PRO NRW Duisburg. Die Gründe für diesen bemerkenswerten „Rausschmiss werden an anderer Stelle“ erläutert. Nur eines vorweg:

Ein Spitzenfunktionär aus dem Köln-Bonner Raum hat sich offenbar in einer mentalen Stresssituation dazu hinreißen lassen, wüste Beschimpfungen und Bedrohungen im vulgären, niveaulosen Gossen-Slang  gegen den Duisburger Fraktionschef Malonn auszusprechen. Ein Gesprächsprotokoll liegt unserer Redaktion vor. Es geht wie üblich um Geld, viel Geld …

Kommentar
Markus Beisicht hat mit seiner Hetze und den dazugehörigen Demos gerade in Duisburg- Neumühl so viele Wählerstimmen akquirieren können, dass es bei der vergangenen Kommunalwahl für 4 Sitze im Rat der Stadt Duisburg reichte. Nach nur 5 Monaten Mitgliedschaft im Rat haben sich sicher einige Pro-Wähler erstaunt die Augen gerieben: Der durch sie in den Rat gewählte Pro NRW- Ratsherr Egon Rohmann stimmt mit den etablierten Parteien für eine temporären Notunterkunft im ehemaligen St. Barbara-Hospital in Duisburg-Neumühl. Das kostet bei der Landtagswahl sicherlich einige Wählerstimmen.

Markus Beisicht und Getreue sind schnell bei der Hand, wenn es um die Liquidierung von unliebsamen Parteimitgliedern geht. Voller Panik, wegen immer mehr Informanten in den eigenen Reihen, scheint der Pro-Herrscher mit seinem neuen Knappen Tony Xaver Fiedler jetzt eine Säuberungsaktion in der Partei durchzuführen. Dies könnte dazu führen, dass die ohnehin mit nur noch 650 Mitgliedern bezifferte Kleistpartei eine weitere Dezimierung hinnehmen muss. Einige Bürgerbewegte haben offensichtlich erkannt, wie Markus Beisicht seinen Laden führt.

Beispiel:
Im September 2013 verkündete die offizielle Propagandaabteilung von Pro NRW im Bericht über die Wahl der Europaparlament-Kandidaten vom 10.09.2013:

„Außerdem wählte der Parteitag noch den Bonner Kreisvorsitzenden Detlev Schwarz mit großer Mehrheit zum neuen Landesgeschäftsführer.“

In der Übersicht des Bundeswahlleiters für Pro NRW, in der die Vorstandsmitglieder, die Satzung und das Programm hinterlegt sind, findet sich ein seltsamer Eintrag. Mit Stand 21.08.2013 wird bei den Vorstandsmitgliedern Detlev Schwarz als Geschäftsführer angegeben.

Es ist schon bezeichnend, wenn die Wahl eines Geschäftsführers am 10.09.2013 stattfindet, die betroffene Person aber schon am 21.08.2013, also 3 Wochen vor der Wahl feststeht und in den amtlichen Unterlagen des Bundeswahlleiters als “Geschäftsführer” von Pro NRW verzeichnet ist.

Viel Spaß dann bei den Wahlen!

Ihr Ronald Micklich

Pro NRW-Wahlveranstaltungen am 17.05.2014: Eskalation vorprogrammiert

Archivfoto: Spitzenfunktionäre in Bonn 05.2013

Archivfoto: Spitzenfunktionäre in Bonn 05.2013

Bonn: Laut aber friedlich
Der Generalanzeiger Berichtet: „Rund 200 Demonstranten haben sich am Samstag auf dem Friedensplatz versammelt, um gegen eine parallel stattfindende Wahlkampfveranstaltung der rechtspopulistischen Partei Pro NRW zu protestieren.

Unter ohrenbetäubenden Lärm, aber völlig gewaltfrei sind am Samstagmittag auf dem Friedensplatz die Wahlkampfveranstaltung der rechtspopulistischen Partei Pro NRW sowie eine parallel stattfindende Gegendemonstration über die Bühne gegangen.

Teilnehmer der Protestveranstaltung waren Privatleute und linke Gruppen, Flagge und Plakate zeigten in der Schar der Demonstranten zudem SPD, Jusos, Grüne, Linkspartei, Piraten und Antifa. Ebenfalls anwesend waren Vertreter der BIG-Partei. Die von Pro NRW vor deren Abzug intonierte Nationalhymne ging im schrillen Pfeifkonzert unter.

Gegen 14 Uhr waren die Kundgebungen beendet. Die etwa zweistündige Kundgebung von Pro NRW zählte 20, die Gegendemonstration knapp 200 Teilnehmer.“  Quelle

Kreisvorsitzender und Spitzenkandidat Bonn - Detlev Schwarz

Kreisvorsitzender und Spitzenkandidat Bonn – Detlev Schwarz

Leverkusen: Laut mit Handgreiflichkeiten
Gegen 15:00 Uhr fuhr der Gerätewagen, von 2 Polizeifahrzeugen begleitet, an den vorgesehenen Standplatz. Die üblichen Figuren begannen nach einiger Zeit mit dem Aufbau des Unterstandes und der Lautsprecheranlage. Zum Teil wie Diebe schlichen sich einige Bürgerbewegte aus den Regionen Bonn, Köln, Aachen, Wuppertal, Solingen und Leverkusen in die Fußgängerzone am Rathaus in der Wiesdorfer-Innenstadt, um unerkannt zu bleiben. Auch die Eheleute Palm versuchten offensichtlich inkognito das Umfeld zu sondieren um dann zu den Pro-Demonstranten zu stoßen, wurden aber sofort erkannt. Einzeln und in kleinen Trüppchen versammelten sich so nicht einmal 30 handgezählte Pro´ler rund um den Info-Stand.

Gegendemonstranten in der Überzahl
Bei strahlendem Sonnenschein waren sehr viele Menschen zum Einkaufen unterwegs oder saßen in den anliegenden Straßencafe´s. In der Fußgängerzone befanden sich die Infostände der seriösen Parteien, die ihre üblichen Parteiinfos verteilten, wenig laut, friedlich und nicht beleidigend. Den versammelten Pro´ler schenkte bis dahin kaum jemand Beachtung.

Dies änderte sich allerdings schlagartig als Pro-Generalsekretär Wiener das Mikro ergriff und die Veranstaltung eröffnen wollte. Ein ohrenbetäubender Lärm aus Trillerpfeifen und Drucklufttröten schlug dem Häufchen rechten Wahlkämpfern entgegen. Eingekesselt von plötzlich ca. 150 anwesenden Gegendemonstranten, war hinter deren Reihe kaum etwas aus den voll aufgedrehten Lautsprechen von Pro NRW zu registrieren.

Handgreiflichkeiten
Da kein Absperr-Gehege für Pro NRW bereitgestellt wurde, war der Infostand anfangs für jedermann zu erreichen. Ein Bürger nahm die Gelegenheit wahr und stürmte zum Infostand, wurde abgewehrt und als er flüchtete von einigen Pro NRW-Mitgliedern verfolgt. Die Polizei beendete die Jagdszene in der Fußgängerzone ca. 50 Meter vom Infostand entfernt professionell und hatte aus jedem Lager eine Person am Schlafittchen. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch, dass eine sonst mit Gehstützen versehene Kommunalwahlkandidatin freistehend ihre Deutschlandfahne zur Abwehr des „Aggressors“ als Schlagstock verwenden konnte. Auch bei einem zweiten Störversuch waren selbst Herren aus der Pro-Seniorenabteilung bemüht, den Angreifer in die Flucht zu schlagen.

Die übliche Hetze
Für den Vierfachvorsitzenden Markus Beisicht ergab sich die letzte Möglichkeit die Öffentlichkeit mit seinen „Ausführungen“ zur Wahl seiner Partei zu bewegen. Davon machte er langatmig und wiederholend Gebrauch. Themen waren einmal mehr die Großfamilie in Leverkusen, der unfähige Bürgermeister, die bald aufgelösten Linken, die Partei mit Internetanschluss (Piraten), die undemokratische SPD, Asylbewerber usw. Das Erbe von Willy Brandt (mehr Demokratie) würde nicht mehr von den Jusos und der SPD wahrgenommen sondern von Pro NRW gelebt. Abgesehen davon, dass kaum jemand die Hetze und die Anfeindungen wegen des enormen Lärms wahrnehmen konnte, schlug RA Markus Beisicht nur Abscheu und Widerspruch von den versammelten Bürgern/innen entgegen.

Traumdeuter
Ein Wahlergebnis von 10% prognostizierte der Leverkusener Rechtsanwalt als Ergebnis für Pro NRW am 25.05.2014 in seiner Heimatstadt. Dies wird wohl nur ein Wunschtraum bleiben. Die plastische Erzählung über das undemokratische Füllen seines Anwaltsbriefkasten mit menschlichen Exkrementen (vielleicht war es gar ein unzufriedener Mandant?) und der Lobgesang auf seine wegen Betrugs vor Gericht stehenden Spitzenfunktionäre Wolter, Wiener und Uckermann bringt garantiert keine zusätzliche Stimme, eher das Gegenteil ist der Fall.

Pro NRW-Vize und Spitzenkandidat Aachen - Karl Wolfgang Palm

Pro NRW-Vize und Spitzenkandidat Aachen – Karl Wolfgang Palm

Aachen: Laut mit gegenseitigen Beleidigungen
Für 18:30 Uhr war Pro NRW in Aachen angekündigt. Durch eine Blockade an der Blondelstraße durch nur 6 Gegendemonstranten verzögerte sich Palms Theaterstück um über eine Stunde und begann erst um 19:45 Uhr. Der vom Polizeidienst suspendierte Aachener Pro NRW-Spitzenkandidat und ProNRW Vize Wolfgang Palm wollte Tacheles reden. Dies missglückte wie vorausgesehen vollends. Den schon müden Wanderwahlkämpfern, die schon einige Stunden in den Knochen hatten (Bonn, Leverkusen) standen ca. 300 Gegendemonstranten gegenüber und veranstalteten die übliche Geräuschkulisse. Empfangen wurde der Aachener Spitzenkandidat, laut Ohrenzeugen, aus dem eher bürgerlichen Lager mit der Aussage: „Führer … wo ist die Gaskammer“. Auch in Aachen wurden keine Bürger/innen erreicht. Die einzige Ausbeute ist die wahrscheinlich anstehende Presse. Trotz gegenseitiger Beleidigungen verlief die Veranstaltung gewaltlos. Um ca. 21 Uhr war die Vorstellung zu Ende.

Kommentar
Wer nun gedacht hat, Beisicht oder sein Vize Palm würden bahnbrechende Wahlprogramme für die Kommunal- oder Europawahl bekannt geben, hat sich geschnitten. Wie schon erläutert der immer wieder kommunizierte Einheitsbrei, den selbst die Spitzenfunktionäre gebetsmühlenartig leiernd den eigenen Mitgliedern vorpredigen. „Würde es Euch nicht geben würde, müsste man Euch erfinden“, erklärt der Pro Vorsitzende den Gegendemonstranten in Leverkusen. „Ihr besorgt uns die nötige Presse“, ist sein Resümee. Da hat er wohl nicht ganz Unrecht, nur vergisst Beisicht offenbar, dass die Presse noch nie positiv war, sondern eher das Gegenteil. Früher fragte man sich: „wer soll diese Partei eigentlich wählen?“

Heute steht fest: „Keine Stimme für Pro Köln/NRW mit ihren Möchtegern-Politikern zur Kommunalwahl in Bonn, Leverkusen, Aachen und anderenorts, sowie für ihren Anführer Markus Beisicht zur Europawahl“ denn:

Pro NRW/Köln […]„sei über den bloßen Verdachtsfall hinausgehend als verfassungsfeindlich einzuschätzen, ‘Pro Köln e.V.’ und ‘pro NRW‘ missachten Menschenrechte, ‘Pro Köln e.V.’ und ‘pro NRW’ schüren Fremdenfeindlichkeit, ‘Pro Köln e.V.’ und ‘pro NRW’ verbreiten islamfeindliche Vorurteile, ‘Pro Köln e.V.’ und ‘pro NRW’ werten Minderheiten ab und grenzen sie aus.“[…], so der Verfassungsschutzbericht NRW 2012.

Vorab vielen Dank an unseren Mitarbeiter im Büro Aachen für die Bilder und seine Berichterstattung. Eine aussagefähige Bilderstrecke aus Leverkusen und Aachen folgt in den nächsten Tagen.

Ihr Ronald Micklich